Gewerbeordnung: Vergangener Zeitgeist

Kommentar23. Februar 2015, 05:30
82 Postings

Reform der Gewerbeordnung ist unumgänglich

Österreich ist an allen Ecken und Enden verkrustet und erstarrt. Das hat man in Zeiten des kontinuierlichen Wirtschaftswachstums nicht so gemerkt. Aber jetzt, in Zeiten der Krise, wird es umso deutlicher. Will man diese Situation nachhaltig ändern, muss an vielen Schrauben gedreht werden, auch und besonders an der Gewerbeordnung.

Diese umfangreiche Vorschriftensammlung bildet die wirtschaftliche Realität Österreichs keinesfalls mehr korrekt ab und ist erst recht nicht für zukünftige Notwendigkeiten geschaffen. Sie steht für ein zünftlerisches, rückwärtsgewandtes Wirtschaften, bei dem Bewahren wichtiger ist als neue Geschäftsideen und Businessmodelle.

Brave Meisterbetriebe offerieren handwerklich fundierte Waren und Dienstleistungen - das ist der Zeitgeist, der auch die Gewerbeordnung umweht. Dagegen war lange Zeit nichts einzuwenden, aber etwas Neues wird daraus nicht entstehen. Erst recht nicht wird damit der Wirtschaftskrise beizukommen sein. Der Kreativität und Beweglichkeit, die wir am Wirtschaftssystem der USA kennen und bewundern - Stichwort Silicon Valley - ist in diesem Rechtsumfeld unmöglich nachzueifern.

Eine Entrümpelung und Modernisierung ist hoch an der Zeit. Der rigide Zugang zu den Gewerben ist aufzubrechen. Es muss Platz für Neues geschaffen werden, sodass es zu einer Erholung des Wirtschaftssystems kommen kann. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 23.2.2015)

Share if you care.