"Tatort": Würdiger Abschied von Joachim Król - Top oder Flop?

Ansichtssache22. Februar 2015, 19:00
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Der letzte Fall des eigenwilligen, oft auch eigenartigen Kommissar Steier ist ein Thriller mit Horror-Momenten.

orf/ard/bettina müller

Als Conny Mey (Nina Kunzendorf) den Frankfurter "Tatort" verlassen hat, ist ja beinahe die Sonne vom Himmel gefallen. Zurückgelassen hat sie einen misanthropischen, trinkfreudigen Frank Steier (Joachim Król). Entsprechend depressiv der Titel der letzten Folge mit Król: Das Haus am Ende der Straße.

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So könnte auch ein Ami-Horrorfilm heißen. Tatsächlich ist die Handlung reichlich klaustrophobisch. Die besten Momente dieser Folge spielen in besagtem Gebäude. Dort lebt einsam und suizidal Armin Rhode. Weil er sie zufällig beim Einbrechen und Morden erwischt hat, verfolgen drei wahlweise klein-, groß- oder drogenkriminelle Jugendliche ihn bis nach Hause.

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Wie die vier dann in diesem Häuschen "Räuber und Gendarm" spielen, wie Rhode die Jugendlichen und Steier zu unbekanntem Zwecke in seinen Keller sperrt, das ist schon ganz großes Kino. Vieles wird überspitzt: der Großkriminelle, der durch einen Querschläger ein Mädchen getötet hat und mit einem "Ich bin zu allem bereit"-Gesichtsausdruck herumläuft. Sein kleiner Bruder, der so gerne einen Einbruch machen will, aber eigentlich total gegen Gewalt ist und sowieso nur ein besseres Leben will.

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Seine Freundin, die für einen Schuss alles tun würde, sich aber später als lebendes Schutzschild vor Steier werfen wird. Und Armin Rohde als völlig durchgeknallter Weltverbesserer, der zu diesem Zweck auch gerne volkshygienemäßig Selektionsmorde begehen würde.

Trotzdem - oder vielleicht deswegen - ist das ein präziser, fesselnder Krimi geworden. Ein würdiger Abschied für den eigenwilligen, oft auch eigenartigen Kommissar Steier, der hat, was anderen TV-Ermittlern nur zu oft fehlt: Persönlichkeit. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 23.2.2015)

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Eine wahrer Begeisterungssturm ist auf spiegel.de zu lesen: Ob sich das Einschalten lohnt? "Was für eine Frage - Joachim Króls furioser "Tatort"-Abgang ist ein verdammter Pflichttermin!".

Nicht minder begeistert zeigt sich der "Tatort"-Kritiker auf focus.de: "Großer Abschied für Joachim Król: In seinem letzten 'Tatort' wird Kommissar Steier zur Geisel. Der Film ist das spannende Psychogramm zweier Männer, die nichts zu verlieren haben. Ein Thriller mit Horror-Momenten, einem großartigen Armin Rohde und der Frage: Wird Steier überleben?"

Und wie ist Ihre geschätzte Meinung? Top oder Flop?

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