"Sehr aggressiv gesprungen, fast zu aggressiv"

21. Februar 2015, 19:56
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Stefan Kraft (Bronze-Medaille): "Das ist so geil, dass ich schon auf der kleinen Schanze eine Medaille habe. Da geht wieder ein großer Traum in Erfüllung. Ich freu mich so riesig, das war eine coole Show. Es war sicher nicht mehr drinnen, ich habe voll riskiert." Vergleich mit dem Tourneesieg: "Es sind zwei Großveranstaltungen, das war's aber auch schon. Bei der Tournee musst du über acht Sprünge megastark sein." Zum Mixed-Teambewerb: "Wir können locker drauflos springen, werden aber voll riskieren müssen. Es werden wohl die Mädels entscheiden, bei den Herren ist alles so eng beieinander."

Heinz Kuttin (ÖSV-Trainer): "Es war sehr nervenaufreibend. Es war sehr schwer, mir ist ein großer Felsen vom Herzen gefallen, als der Stefan im ersten Durchgang so einen hinuntergehaut hat. Er ist sehr aggressiv gesprungen, fast zu aggressiv, aber Gott sei Dank ist es sich ausgegangen. Nach unseren ersten drei Springern hat sich ein großer Brocken aufgebaut, da wird einem schon mulmig, wenn dann auch noch Stefan nerverln würde, dann schaut es anders aus. Aber so souverän er die ganze Saison gesprungen ist, so hat er es auch heute gemacht."

Zu Nominierung für den Mixed-Bewerb: "Gregor hat da auf der Schanze sehr gut angefangen, er ist dann aber vom Gefühl, von seinen guten Sprüngen weggekommen. Der Michi kommt von der anderen Richtung, das heißt, er wird immer besser. Er ist die ganze Saison besser gewesen, heute war er auch wieder besser. Da gibt es nichts zu rütteln daran."

Ernst Vettori (Sportlicher Leiter ÖSV): "Beim Stefan habe ich gar nichts auszusetzen. Er hat so eine tolle Saison, es ist eine ganz grandiose Leistung, diese Medaille bei der WM zu gewinnen. Den Druck bekommt man ja nicht weg, auch wenn du schon die Tournee gewonnen hast. Bronze ist super. Die anderen Drei haben nicht so richtig hineingefunden."

Gregor Schlierenzauer (22. Platz): "Natürlich hätte ich mir nach dem Training mehr erwartet, keine Frage. Es ist die Basis einfach noch zu wenig breit, um das regelmäßig abzurufen. Ich habe am Material nichts geändert seit dem Training, das heißt, es liegt an mir. Es ist sicherlich ein bisschen eine Balancegeschichte, das war heute sicher ein bisschen schlechter. Der Anlauf ist am Limit, da musst du einfach die Kante genau erwischen. Ich habe sicher nicht die Kante getroffen, da reicht es dich sofort durch."

Michael Hayböck (21. Platz): "Es ist heute einmal alles schief gegangen. Wir haben ein Konzept erarbeitet, von dem wir gehofft haben, dass es mir zu meinen guten Sprüngen verhilft. Der Schuss ist ordentlich nach hinten losgegangen, es hat gar nichts gebracht. Es geht speziell um das Gefühl in der Hocke. Im Wettkampf haben wir vom ersten Durchgang weg wieder genau in die andere Richtung gearbeitet, weil wir gesehen haben, dass es so nicht funktioniert. Wenn wir in diese Richtung weiterschauen, dann könnte es sich schon wieder ganz gut entwickeln."

Alexander Stöckl (Trainer von Sieger Rune Velta): "Ich war sehr nervös, aber in dem Moment, als ich ihn abgewunken habe, wusste ich, dass er einen guten Sprung machen wird. Aber dass er Gold holt, ist absolut erstaunlich. Er hat es sich verdient, weil er alles für den Sport getan hat. Er ist vielleicht nicht das größte Talent, hat aber richtig viel dafür gearbeitet." (APA, 21.2.2015)

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