US-Elite-Unis setzen auf hohes Risiko

20. Februar 2015, 16:37
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Das hohe Risiko, das die Portfoliomanager der US-Hochschulen zuletzt eingegangen sind, macht sich bezahlt

Wien - Was haben Stanford, Yale und Harvard gemeinsam? Es sind nicht nur US-Eliteuniversitäten - all diese Unis können auch gut mit Geld umgehen, haben durch die Jahre ein Vermögen angehäuft, von dessen Kapitalerträgen auch der laufende Unibetrieb finanziert wird. Die Finanzkrise hat zwar auch in den Uniportfolios ihre Spuren hinterlassen - aber das war gestern.

Die Stiftungen der US-Hochschulen verfügten zuletzt in Summe über rund 516 Milliarden US-Dollar (455 Milliarden Euro) - und hatten damit wieder fast so viel wie vor der Finanzkrise. Das zeigt der aktuelle Report der National Association of College and University Business Officers (Nacubo), der die Entwicklung der Stiftungsvermögen von mehr als 800 US-Hochschulen alljährlich zusammenfasst. Im Schnitt haben die Stiftungen ein Plus von 15,5 Prozent erzielt - und das, obwohl die Zinsen nahe null liegen und sichere Anlagen kaum noch Rendite bringen.

Diversifikation ist für diese zweistellige Rendite das Zauberwort. Die Streuung der veranlagten Gelder über viele verschiedene Anlageklassen hat zu dem ordentlichen Vermögenszuwachs geführt. Ein Blick in die Vermögensaufteilung der US-Hochschulen zeigt, dass 17 Prozent des Vermögens im Vorjahr in US-Aktien investiert wurden. Diese Veranlagung brachte den Hochschulen im Vorjahr auch die höchste Rendite. Im Schnitt wurde mit den US-Titeln 22,8 Prozent erwirtschaftet. 19 Prozent flossen in internationale Aktien. Auf festverzinsliche Anlagen - wie etwa Anleihen, wobei hier vor allem Staatsanleihen von als sicher geltenden Ländern zuletzt kaum noch Ertrag abgeworfen haben - entfielen neun Prozent der Gelder.

Alternativen waren gefragt

Mit 51 Prozent wurde mehr als die Hälfte jedoch in sogenannte alternative Strategien investiert. Dazu gehören Anlagen wie etwa Private Equity, Venture Capital oder Hedgefonds, die auch riskantere Strategien verfolgen können. Der Risikoanteil in den Strategien der Unis war zuletzt also beträchtlich hoch.

Den mit vier Prozent geringsten Anteil haben die Unis und Hochschulen als Liquiditätsreserve in bar gehalten. (bpf, DER STANDARD, 21.2.2015)

  • Eine breite Streuung bringt den US-Elite-Unis Milliarden Dollar.
    foto: reuters/diefenbach

    Eine breite Streuung bringt den US-Elite-Unis Milliarden Dollar.

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