Olympique auf einem Stockerlplatz

20. Februar 2015, 17:20
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Die Salzburger Indierockband Olympique tourt derzeit durch Österreich und Deutschland, am Samstag macht man Station in Lustenau

Zum derzeit proklamierten Austro-Gitarrenrock-Hype, der ja tatsächlich Höhenflug und Renaissance hiesiger Popmusik ist, trägt auch die Salzburger Combo Olympique bei. Sänger und Gitarrist Fabian Woschnagg, Leo Scheichenost (Keyboards, Piano, Bass und Gesang) sowie Drummer Nino Ebner musizieren seit der Schulzeit zusammen - damals noch als Sequence of Tenses.

Im bayerischen Freilassing tüfteln sie im Proberaum bereits seit Jahren an ihrer Indierock-Version. Inspiriert von Oasis, Nirvana oder Radiohead machte sich das Trio einst auf nach London. Dort wurden sie aber nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen, diese Erfahrungen prägten aber Selbstverständnis und Durchhaltewillen - und lieferten mit Crystal Palace (Endstation der täglich benützten Buslinie) auch den Titel des Debütalbums. Derzeit tourt Olympique durch Österreich und Deutschland, am Samstag macht man Station in Lustenau.

In London hätte schon alles vorbei sein können, aber die drei ließen sich Zeit für neue Songs. Diese entstanden nicht nur in Freilassing, sondern auch in einem Kellerraum in Wien. Dort vor allem die lauten Krachteile und dreckigen Nummern, Olympique spielt gern mit dem Kontrast zu ruhigen, erhabenen Klängen, die auch von Woschnaggs rauchiger Stimme getragen werden. Dazu kommt der Hang zu Bombast und schwelgerischen Hymnen, was Radiotauglichkeit fördert. Besonderes Augenmerk richtet die Band auch auf Videoclips - acht wurden für Crystal Palace gedreht. Für die Bebilderung von The Reason I Came reiste man nach Ex-Jugoslawien zu antifaschistischen Mahnmalen, die noch unter Tito errichtet worden waren. Ohne über die historischen Hintergründe Bescheid zu wissen, die den surrealistisch-futuristischen Monumenten erst wirkliche Bedeutung verleihen. (dog, DER STANDARD, 21.2.2015)

21. 2., Lustenau, Carinisaal, 21.00

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