Raufstapfen, runterrodeln: Selbstgebastelter Wintertriathlon am Bodenberg

20. Februar 2015, 15:18
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Auf dem Bodenberg können Wanderer auch Schneeschuhe und Rodel gut gebrauchen

Ein traumhafter Wintertag, glitzernder Pulverschnee - und schon hadern Bewegungshungrige mit einer Entscheidung: Welche Art von Wintersport darf’s denn sein? Nur eine gemütliche Winterwanderung, etwas anspruchsvolleres Gehen mit Schneeschuhen querfeldein oder doch eine Rodelpartie? Auf einigen wenigen Bergen in Österreich kann man alles auf einmal machen - oder besser gesagt: alles hintereinander. Auf dem Bodenberg im Salzburger Tennengau etwa.

foto: uwe grinzinger

Eine Wanderung auf breiten Forststraßen bringt uns zunächst zu den Hütten der Rinnbergalm, zwei davon sind auch im Winter fallweise bewirtschaftet. Genussmaximierer kehren hier einfach ein und rauschen anschließend mit der - selbst mitgebrachten - Rodel wieder ins Tal. Das ergibt immerhin bereits eine feine Halbtagestour, die sich aber noch zu einem "Wintertriathlon" für den ganzen Tag erweitern lässt. Dazu steigt man bei der Rinnbergalm auf Schneeschuhe um. Auf breiter Spur geht es dann bis zum Vorgipfel des Bodenbergs. Der Lohn dieser Fleißaufgabe ist ein 1a-Dachsteinblick, nochmals um Klassen besser als von unten, auf der Alm.

foto: uwe grinzinger

Wir starten in Rußbach vom gebührenpflichtigen Tourenparkplatz am Beginn des Rinnbachtales. Der Aufstieg zur Rinnbergalm (1.244 Meter) ist kaum zu verfehlen. Er führt durchgehend über jene Forststraße, die wir später als Rodelbahn benützen werden - aufpassen auf entgegenkommende Rodler und Skitourengeher!

Eine markierte Direktvariante, die bald nach dem Start in Richtung Bodenberg abzweigt, lassen wir links liegen. Sie ist im Winter schlicht zu steil. Schneeschuhe braucht man für den Aufstieg bis zur Alm meist noch nicht; sie können aber bequem am Schlitten transportiert werden.

Ideal für Schneeschuhgeher

Für den weiteren Aufstieg mit Schneeschuhen in Richtung Bodenberg wenden wir uns von der Rinnbergalm auf einer Straße im Bogen nach Westen. Knapp 1,5 Kilometer nach der Alm verlassen wir diese auf einem kleinen Sattel nach links und folgen dem breiten, langgestreckten Nordrücken - teilweise auf der Straße, teilweise daneben abkürzend - bis zum Bodenberg-Vorgipfel (1.517 Meter). Bis hierher ist es recht flach, sodass sich die Lawinengefahr meist in Grenzen hält. Zudem gibt es nur ein paar kleine Gegensteigungen - insgesamt also Schneeschuhgelände par excellence.

foto: uwe grinzinger
Die Rinnbergalm ist Etappenziel auf dem Weg zum Bodenberg.

Schon vom Vorgipfel aus tut sich das gesamte Dachsteinpanorama auf, die meisten Geher ersparen sich daher den knapp einen Kilometer langen und im Winter nicht ganz ungefährlichen Übergang bis zum Hauptgipfel des Bodenbergs (1.523 Meter). Retour nehmen wir dieselbe Route hinunter bis zur Rinnbergalm. Das zieht sich zwar etwas, dafür geht’s dann umso flotter weiter ins Tal, weil bei der Alm schon die Rodel auf uns wartet. (Uwe Grinzinger, DER STANDARD, 21.2.2015)

karte: der standard

Anreise: Durchs Lammertal oder von Gosau über den Pass Gschütt nach Rußbach. Im Ortszentrum (gegenüber vom Kirchenwirt) abbiegen auf die Rinnbachstraße. Auf ihr rund 500 m weiter bis zum Parkplatz gleich links hinter einer Brücke.

Ausgangspunkt: Tourenparkplatz (2 €) am Eingang des RinnbachtalesWegstrecke: zur Rinnbergalm: 6,5 km, Bodenberg: 13 km; jeweils hin & retour;

Gehzeit: rund 2-2,5 Stunden bis zur Rinnbergalm, rund 5 Stunden bis zum Bodenberg, jeweils hin & retour.

Anforderungen: technisch einfach

Ausrüstung: Schneeschuhausrüstung und Rodel müssen selbst mitgebracht werden!

Verleih im Tal: Skischule Rußbach, www.russbach.com/checkpoint.html

Einkehr: Pfandlhütte (0699/11 09 41 56), Animoshütte (0699/10 84 48 50) auf der Rinnbergalm fallweise bewirtschaftet; Gasthöfe in Rußbach.

Karte: freytag & berndt Wanderkarte Nr. 392, Maßstab 1:50.000

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