"Seitenblicke" im Marchfelderhof: Überfressen

19. Februar 2015, 17:15
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Zwischen Miesmuschel und Plastikhummer tummelte sich der Sandwichadel und verzapfte gewohnten Unsinn

Der Marchfelderhof, diese ewige Stätte der Kamerageilheit, lud mit Tschinellenschlag zum Heringsschmaus. Die "Seitenblicke" waren natürlich dabei. Zwischen Miesmuschel, Räucherlachs, dekorativen Zitronenscheibchen und frech angerichtetem Plastikhummer tummelte sich der Sandwichadel und verzapfte gewohnten Unsinn.

Einer staunte über den Putzplan im überladenen Speisesaal, eine andere sagte, dass sie so gerne komme, weil sie "wie eine Königin" behandelt werde. Dazu Schwenk über Waltraud Haas, Jazz Gitti, Funkenmariechen - man muss ihre Namen nicht alle kennen. Die Tische quollen über von Essen, am Plafond hingen Geigen, von der Wand lachten Kaiser und Frank Sinatra neben einer Statue der heiligen Maria, Mutter Gottes.

Mitten darunter saß Lotte Tobisch und klatschte freudig in die Hände. Gegessen wurde nämlich für den guten Zweck, konkret für ihren Verein Künstler helfen Künstlern, ein Altersheim in Baden. Über ihn kam Waltraud Haas ins Schwärmen: "Wenn ich nicht einen Sohn hätte, würde ich auch dort hingehen." Man weiß nicht, wer mehr zu bedauern ist.

Im Beitrag davor ging es um das Faschingsfest von Produzentenlegende Karl Spiehs. Das TV-Publikum verdankt ihm Serien wie "Ein Schloss am Wörthersee", "Klinik unter Palmen" und "Das Traumhotel". Man kann sich ungefähr vorstellen, wie lustig es dort war. Verkleidet war keiner: "Wir haben gesagt, Christiane Hörbiger geht als Gerhard Tötschinger und Gerhard Tötschinger als Christiane Hörbiger. Aber sie hat Probleme mit dem Bart", erzählte Gerhard Tötschinger, und spätestens jetzt mochte sich beim Zuschauer einiges angefangen haben zu drehen.

Und jetzt: Fasten. (Doris Priesching, DER STANDARD, 20.2.2015)

  • Heringschmaus um Marchfelderhof.
    foto: screenshot/orf tvthek

    Heringschmaus um Marchfelderhof.

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