Pilgermair: "Bin unabhängiger und erfahrener Richter"

19. Februar 2015, 13:17
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Verfahrensrichter im Hypo-U-Ausschuss war mehr als zehn Jahre Strafrichter, Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Linz und zuletzt Präsident des Oberlandesgerichts Innsbruck

Wien/Klagenfurt - Er sei ein "unabhängiger und erfahrener Richter", nie Parteimitglied gewesen, stehe keiner Partei nahe und sei "niemandem verpflichtet": Das unterstrich der am Donnerstag gekürte Verfahrensrichter für den Hypo-U-Ausschuss und frühere Präsident des Oberlandesgerichts Innsbruck, Walter Pilgermair, im APA-Interview. Als Strafrichter hat er mehr als zehn Jahre Verhandlungserfahrung gesammelt.

Pilgermair will Funktion "sehr ernst nehmen"

Dass die Funktion des Verfahrensrichters mit der jüngsten U-Ausschuss-Reform geschaffen wurde, preist Pilgermair als "große demokratiepolitische Weiterentwicklung". Er versteht sich als Garant für die Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens und des Schutzes der Grundrechte der Auskunftspersonen.

Er werde seine künftige Funktion "sehr ernst nehmen" und "umgehend mit den Vorbereitungen beginnen", betonte der Tiroler. Dabei gelte es, intensiv mit der Nationalratspräsidentin - die er zu unterstützen hat - zusammenzuarbeiten. Aber auch mit allen Fraktionen will Pilgermair umgehend Kontakt aufnehmen, um den Zeitplan für die Einvernahme der Auskunftspersonen zu akkordieren.

Klar ist dem 2013 als OLG-Präsident pensionierten und in Tirol lebenden Pilgermair, dass er eine sehr zeitaufwendige Aufgabe übernommen hat - und dass er nun viel Zeit in Wien verbringen wird. Für ein halbes Jahr hat er schon beruflich in Wien gelebt, als junger Staatsanwalt war er kurz dem Justizministerium zugeteilt.

Zehn Jahre Strafrichter

Geboren wurde Pilgermair am 20. Februar 1948 in Hall bei Innsbruck, dort hat er das humanistische Gymnasium besucht und dann in Innsbruck Jus studiert. Die - von der ÖVP im Vorfeld als wichtig hervorgestrichene - Erfahrung in der Verhandlungsführung hat Pilgermair in mehr als zehn Jahren als Strafrichter gesammelt, vom Bezirks- bis zum Schwurgericht. Die halbe Berufszeit war er aber - abwechselnd - auch als Staatsanwalt tätig. In beiden Bereichen brachte er es zu Leitungsfunktionen: Von 2005 bis 2013 war er Präsident des OLG Innsbruck und davor schon zwei Jahre Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Linz. (APA, 19.2.2015)

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