Zwei Milliarden für den Wohnbau

19. Februar 2015, 13:04
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Mitterlehner ruft Bauprogramm ins Leben: BIG-Tochter ARE soll in sechs Jahren 10.000 Wohnungen bauen, erstmals auch Mietwohnungen

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) lud für Donnerstag gemeinsam mit den Geschäftsführern der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), Wolfgang Gleissner und Hans-Peter Weiss, zu einer relativ kurzfristig anberaumten Pressekonferenz auf einem Bauplatz im 5. Wiener Bezirk. Dort wurde einerseits vom Minister persönlich der Spatenstich für ein neues Eigentumsprojekt der BIG-Tochter ARE Austrian Real Estate vorgenommen. Andererseits kündigte Mitterlehner, der als Wirtschaftsminister oberster Eigentümervertreter der BIG ist, auch an, dass die ARE nun verstärkt in "leistbaren Wohnbau" investieren werde.

Konkret will man in den kommenden sechs Jahren 10.000 Wohnungen bauen, vorrangig in und um Ballungsräume wie Wien, Graz oder Linz. Rund 4.000 davon sollen frei finanzierte Eigentumswohnungen werden - wie sie die ARE schon bisher errichtete, nur eben nicht in dieser Größenordnung. Der größere Rest aber sollen - und das ist für die ARE neu - frei finanzierte Mietwohnungen werden.

Zwei-Milliarden-Programm

Jeweils eine Milliarde Euro soll in die beiden Segmente investiert werden, berichteten Mitterlehner und die ARE-Vorstände. Das Investitionsprogramm wird über Anleihen, Bankkredite bzw. den Cash Flow finanziert.

Dem geförderten Wohnbau will man damit keine Konkurrenz machen, betonte Weiss. "Wir wollen damit ganz klar das mittlere Preissegment besetzen." Mieten um die zehn Euro je Quadratmeter sollen am Schluss herauskommen; bei den Eigentumswohnungen in der Wimmergasse rechnet er mit Verkaufspreisen um 4.000 Euro pro Quadratmeter.

Übriggebliebener Bauplatz

Der Bauplatz in der Wimmergasse 17 blieb der BIG sozusagen "übrig", als das angrenzende Schulzentrum Spengergasse umgebaut wurde. Dort entsteht nun ein Eckhaus mit 24 Eigentumswohnungen mit Größen zwischen 54 und 180 Quadratmetern. Zwei Häuser weiter, in der Wimmergasse 21, wurde ein altes Objekt abgerissen, an dem Bauplatz werden nun weitere zehn Eigentumswohnungen gebaut. Die Tiefgarage für beide Objekt liegt unter dem Eckhaus, in zwei Untergeschoßen entsteht eine mechanische Garage mit Lift, berichtete Gleissner. Die neue Bauordnung habe man insofern ausgenutzt, als es auch straßenseitig Balkone geben wird. Die Fertigstellung ist für "spätes Frühjahr 2016" geplant, der Verkauf der Wohnungen startet in den nächsten Wochen.

Aktuell hat die ARE insgesamt 800 Wohnungen in Bau, weitere 3.500 in Planung, so die ARE-Vorstände. Mitterlehner sagte, dass sich interessierte Gemeinden durchaus auch für gemeinsam mit der ARE umzusetzende Projekte "bewerben" könnten. Es soll nämlich auch in kleine bis mittelgroße Wohnobjekte in Bezirkshauptstädten, in Seniorenwohnungen in Speckgürtellagen sowie in Studentisches Wohnen investiert werden.

AK zweifelt an Leistbarkeit

Zweifel an der Leistbarkeit der von der ARE errichteten Wohnungen äußerte am Donnerstag die Arbeiterkammer (AK). Präsident Rudi Kaske will jedenfalls genau beobachten, "zu welchen Preisen die Wohnungen schlussendlich angeboten werden". (mapu, derStandard.at, 19.2.2015)

  • Das Projekt in der Wimmergasse im 5. Wiener Bezirk, für das am Donnerstag der Spatenstich erfolgte, umfasst 34 Eigentumswohnungen. 24 davon werden im Eckhaus mit der Adresse Wimmergasse 17 entstehen, zehn weitere im fast angrenzenden Bau in der Wimmergasse 21. Dazwischen befindet sich ein Gründerzeithaus.
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    Das Projekt in der Wimmergasse im 5. Wiener Bezirk, für das am Donnerstag der Spatenstich erfolgte, umfasst 34 Eigentumswohnungen. 24 davon werden im Eckhaus mit der Adresse Wimmergasse 17 entstehen, zehn weitere im fast angrenzenden Bau in der Wimmergasse 21. Dazwischen befindet sich ein Gründerzeithaus.

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