Wie Netflix und Co ihre Einkaufspolitik an Torrents ausrichten

    19. Februar 2015, 12:07
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    Die Beobachtung von Tauschbörsen liefert wertvolle Einsichten über den Geschmack von Nutzern

    18 Milliarden Dateien sollen im vergangenen Jahr von hunderten Millionen Nutzern über Bittorrent-Börsen getauscht worden sein: Das offenbart ein neuer Bericht der Marktforschungsfirma "Tru Optik", die sich auf die Beobachtung von Torrents spezialisiert hat. Ein einträgliches Geschäft: Denn immer mehr Firmen setzen auf die Dienste solcher Analysten, um den Geschmack des Publikums zu ergründen.

    Relevanz

    Im Grunde lässt sich der Bericht folgendermaßen zusammenfassen: Was auf Torrent-Seiten geteilt wird, ist relevant. Aber nicht nur, weil die Inhalte logischerweise populär sind – sondern vor allem, weil Torrent-Nutzer selbst mehr Geld für Medien ausgeben als andere Menschen. Torrent-Charts sind also ein doppelter Indikator für einen Erfolg.

    Netflix beobachtet

    Netflix-Vizepräsidentin Kelly Merryman hat in der Vergangenheit selbst mehrmals öffentlich erklärt, dass der Videostreamer Torrent-Seiten genau beobachte und seine Einkaufspolitik teilweise darauf ausrichte. Zwar sieht Netflix den Torrent-Streamer "Popcorn" auch als größten Konkurrenten an, dennoch zeigt der neue Tru Optik-Bericht, dass die Unterhaltungsindustrie auch von Tauschbörsen profitiert.

    Geschmacksindikator

    "Torrent-Statistiken liefern harte Fakten und echte Daten", so Tru Optik-CEO Andre Swanston gegenüber Torrentfreak. Er glaubt deshalb, dass sich Firmen künftig noch mehr um Tauschbörsen als Geschmacksindikator bemühen werden. (fsc, derStandard.at,19.2.2015)

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      Netflix und andere Unterhaltungskonzerne richten sich in ihrer Einkaufspolitik nach Torrent-Seiten

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