Ex-RFJ-Chef verzichtet auf ÖVP-Mandat in St. Paul

20. Februar 2015, 08:06
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Christoph Töfferl ist mehrfach mit rechtsradikalen Parolen aufgefallen – ÖVP-Chef von St. Paul: "Er ist gescheiter geworden"

Klagenfurt/St. Paul/Lavanttal - Der ehemalige Kärntner Landesobmann des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ), Christoph Töfferl, wird sein Mandat als ÖVP-Gemeinderat von St. Paul im Lavanttal nach der Gemeinderatswahl in Kärnten nicht annehmen. Töfferl war in seiner Zeit als RFJ-Obmann mehrfach durch rechtsradikale Parolen aufgefallen.

Schriftlicher Mandatsverzicht

Am Donnerstag erklärte er der Gemeindewahlbehörde schriftlich seinen Verzicht. Darüber hinaus möchte er auch nicht mehr auf der Liste der Ersatzmitglieder aufscheinen und verlangt die Streichung aus dem Wahlvorschlag. Er müsse diese Vorgehensweise wählen, da laut Landeswahlbehörde ein Zurückziehen der Kandidatur nicht mehr möglich sei, ließ Töfferl in einem Schreiben an Medienvertreter wissen. Als Begründung gab er das "plötzlich entstandene Mediengewitter" an.

Angst vor "Unterwanderung" und "Umvolkungsmaschinerie"

Töfferl wurde 2007 Kärntner Landesobmann des RFJ und saß auch im FPÖ-Landesparteivorstand. "Nur wenn wir massiv gegen die Unterwanderung unseres Volkes auftreten, können wir auch eine gesicherte Zukunft für unsere Kinder garantieren", erklärte er nach seiner Wahl zum RFJ-Chef. In der Parteizeitung der deutschen NPD, der "Deutschen Stimme", klang das noch ein bisschen deftiger, in einem Gastkommentar sprach er von einer "organisierten Umvolkungsmaschinerie".

"Er war doch erst 20 Jahre alt"

ÖVP-Ortsparteiobmann Karl Schwabe hatte die Vergangenheit Töfferls bei der Listenerstellung offenbar nicht gestört. Er hatte gemeint: "Es hindert ihn ja niemand daran, gescheiter zu werden." Töfferl habe in den vergangenen Jahren keinerlei Auffälligkeiten aufgewiesen, sei engagiert und wolle in der Gemeinde mitarbeiten. Seine Aussagen von damals qualifiziert er als Jugendsünden: "Er war doch erst 20 Jahre alt." Man dürfe jemanden nicht wegen Dingen an den Pranger stellen, die Jahre her seien.

Die Landes-ÖVP – die am Donnerstag offiziell zu keiner Stellungnahme bereit war – dürfte das hingegen nicht so locker gesehen haben. Wenige Stunden nach dem öffentlichen Bekanntwerden von Töfferls rechtsradikalen Sprüchen erfolgte sein Verzicht. (20.2.2015)

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