Ditech-Gründer Izdebski startet Geschäft für Hardware-Reparatur

19. Februar 2015, 10:32
639 Postings

Die erste Filiale der Techbold Hardware Services wurde am Donnerstag in Wien eröffnet

Vor mehr als 15 Jahren hat Damian Izdebski mit Ditech einen Elektrohändler gegründet, der zu seiner Blütezeit mehr als 200 Mitarbeiter und einen Umsatz von 120 Millionen Euro aufwies. Vergangenes Jahr folgte mit der Insolvenz ein herber Schlag, jetzt probiert es Izdebski erneut: In der Dresdner Straße im 20. Wiener Gemeindebezirk, also unweit der ersten Ditech-Filiale, eröffnete am Donnerstag das erste Geschäft seiner neuen Firma Techbold Hardware Services.

Reparatur, Aufrüstung, Virenschutz

Izdebski will mit dem Unternehmen im Markt für Smartphone- und Computerreparaturen Fuß fassen. Außerdem bietet Techbold Hardwareaufrüstung und Virenbekämpfung an – laut Izdebski ein sichereres Geschäft als der Einzelhandel. "Wir haben bei Ditech 40.000 bis 50.000 Reparaturen pro Jahr durchgeführt. Es ist ein Markt da", sagte der Unternehmensgründer dem "Wirtschaftsblatt". Er wolle dabei vor allem mit "Vertrauen und Geschwindigkeit" punkten. So sollen defekte Geräte beim Kunden abgeholt, repariert und wieder zugestellt werden.

Geld geliehen

Das Geld für sein neues Unternehmen ("ein paar 10.000 Euro") hat sich Izdebski laut eigenen Angaben von Freunden und Familienmitgliedern geliehen. Die Ditech-Pleite habe sein Privatvermögen komplett aufgefressen, sagt er. Mit Techbold wolle er nun langsam wachsen und bei Geschäftserfolg vorsichtig expandieren: mit ein paar Filialen in Wien und in den Bundesländern.

Zweites neues Unternehmen

Bereits im vergangenen Jahr hatte Izdebski mit Techbold Network Solutions ein Unternehmen für die Einrichtung von Netzwerken und Telefonanlagen aufgebaut. Gegenüber derStandard.at sagte er damals: "Wer den Kopf in den Sand steckt, kann nur ersticken." An Techbold Hardware Services sollen nun auch ehemalige Ditech-Angestellte mitarbeiten. Auch Izdebskis Frau Aleksandra ist beteiligt, wird allerdings ihre Arbeit als PR-Verantwortliche des Glücksspielkonzerns Novomatic fortführen.

Aus Fehlern gelernt

Der Niedergang von Ditech, das 1999 vom Ehepaar Izdebski gegründet worden war, beruht für Analysten auf mehreren Faktoren: Einerseits soll das Unternehmen zu schnell expandiert sein, andererseits brachten immer geringere Margen mehrere Fachhändler in Bedrängnis (etwa Niedermeyer). Mit Techbold soll sich das nicht wiederholen, da ein Dienstleistungsunternehmen laut Izdebski geringere Risiken als ein Händler trägt. (Fabian Schmid, derStandard.at, 19.2.2015)

  • Techbold will Reparaturen, Aufrüstung und Virenschutz anbieten.
    pressefoto

    Techbold will Reparaturen, Aufrüstung und Virenschutz anbieten.

  • Ditech war für das Ehepaar Izdebski lange Zeit eine Erfolgsstory, doch im vergangenen Jahr erfolgte die Insolvenz.
    pressefoto

    Ditech war für das Ehepaar Izdebski lange Zeit eine Erfolgsstory, doch im vergangenen Jahr erfolgte die Insolvenz.

Share if you care.