WHO fordert mehr Geld in Kampf gegen Tropenkrankheiten

19. Februar 2015, 10:40
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Laut Weltgesundheitsorganisation ist es notwendig, die Bekämpfung tropischer Krankheiten als integralen Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit zu betrachten

Genf - Mehr als eine Milliarde Menschen in 149 Ländern leiden unter einer oder mehreren der 17 als "vernachlässigt" geltenden Tropenkrankheiten. Zudem schwächen sie die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen. Darauf macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem aktuell erschienenen Bericht aufmerksam.

Um die Afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit ), Onchozerkose (Flussblindheit) oder die Bilharziose sowie eine Reihe anderer von Parasiten oder Würmern verursachte Tropenkrankheiten nachhaltig eindämmen zu können, seien größere Anstrengungen als bisher erforderlich, erklärt WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Allein bis 2020 werden nach Schätzungen der UN-Sonderorganisation insgesamt rund 16 Milliarden Dollar benötigt (14,1 Milliarden Euro), bis 2030 seien es 32 Milliarden Dollar (28,1 Milliarden Euro).

Umdenken notwendig

Nötig sei ein "neues Denken", das die Bekämpfung von Tropenkrankheiten langfristig als integralen Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit betrachte, fordert die WHO-Generaldirektorin. Wichtig seien auch freiwillige Beiträge der Pharmaindustrie. Zugleich müssten die direkt betroffenen Länder eigene Investitionen für die Bekämpfung von Tropenkrankheiten in dem Maße aufbringen, wie ihre wirtschaftliche Entwicklung vorankommt.

In den vergangenen Jahren seien wichtige Erfolge erreicht worden, die es zu sichern und erweitern gelte. Die WHO-Generaldirektorin verweist dabei auf den afrikanischen Kontinent südlich der Sahara, wo man die Trypanosomiasis gut in den Griff bekommen habe. "Gemeinsame Anstrengungen eines Netzwerks afrikanischer Länder haben dort das Vorkommen der (von der Tsetsefliege übertragenen) Schlafkrankheit um 90 Prozent reduziert", so Chan.

Laut WHO gibt es in mehr als 70 Ländern Gesamtkonzepte, mit denen Tropenkrankheiten unter Kontrolle gebracht werden sollen. 27 Länder hätten bis Ende 2014 das WHO-Ziel erreicht, bis zu 75 Prozent der Schulkinder vor Erkrankungen, die durch parasitische Würmer hervorgerufen werden (Helminthiasis), zu schützen. (APA/red, derStandard.at, 19.2.2015)

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