Tukan bekommt neuen Schnabel aus dem 3-D-Drucker

19. Februar 2015, 09:47
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Dem Vogel wurde in Costa-Rica ein Teil seines Schnabels abgeschlagen, nun solle eine Prothese per Drucker produziert werden

San Jose – Jugendliche haben dem Tukan Grecia in Costa-Rica mit Stöcken den oberen Teil des bunt gemusterten Schnabels abgeschlagen. Das Fressen fällt dem Vogel nun schwer, auch bei den Weibchen kommt er ohne seinen Schnabel nicht mehr an. Jetzt soll der Tukan eine Schnabelprothese aus dem 3-D-Drucker erhalten.

Vögel in USA haben bereits 3-D-Schnäbel erhalten

"Vier Unternehmen haben uns bereits ihre Hilfe angeboten", sagt Guisella Arroyo vom Zoo Ave nahe der costa-ricanischen Hauptstadt San Jose. Sollte das Experiment gelingen, wäre es eine Premiere in Lateinamerika. Bisher haben in den USA ein Adler und ein Pinguin neue Schnäbel aus dem 3-D-Drucker erhalten.

Derzeit wird Grecia, wie die Tierpfleger den jungen Tukan nach seinem Fundort getauft haben, gesund gepflegt. Vor allem die Nahrungsaufnahme gestaltet sich schwierig. "Er versucht alleine zu fressen. Wir lassen ihn gewähren, damit er nicht in Stress gerät, aber er kann nur sehr geringe Mengen an Nahrung aufnehmen", sagt Tierärztin Carmen Soto der Zeitung "La Nacion". "Also haben wir uns entschlossen, ihm zu helfen."

Tukane gehören zu den Spechtvögeln und sind in Mittel- und Südamerika heimisch. Der Schnabel dient auch der Verteidigung, dem Balzen und der Wärmeregulation. Ist es sehr heiß, können die Vögel über den großen Schnabel überschüssige Wärme abführen. Diese Funktion wird die Prothese zwar nicht übernehmen können, aber zumindest kann der Vogel dann wieder selbstständig fressen.

Modelle in Planung

Designer der vier beteiligten Firmen bereiten sich bereits auf das ungewöhnliche Projekt vor. "Wir haben bereits mehrere Schnäbel von toten Tukanen gescannt und erste Modelle entworfen", sagt Mariela Fonseca von dem Unternehmen Elementos 3D. "Sobald Grecias Wunde verheilt ist, werden wir seinen Schnabel scannen, um genauere Daten zu bekommen."

In einem 3-D-Drucker soll dann eine Prothese angefertigt werden. "Wir wissen noch nicht genau, welches Material sich am besten eignet. Infrage kommen verschiedene Plastikarten", sagt Fonseca. Ihre Firma Elementos 3D gehört zu den Pionieren der 3-D-Drucktechnik in Costa Rica. Normalerweise fertigen die Mitarbeiter Architekturmodelle, medizinische Anschauungsobjekte und Industrieteile an. "Das Schicksal von Grecia bewegt das ganze Land. Da wollten wir helfen", sagt Fonseca.

Flexible Prothese

Unklar ist noch, wie der künstliche Schnabel am Stumpf befestigt wird. Denkbar wäre, eine Platte anzubringen. Über eine Brücke könnte daran die Prothese befestigt werden. Vom Design dürfte abhängen, ob der Vogel die Hilfe akzeptiert.

In jedem Fall wird Grecia weitere Hilfe benötigen. Das einjährige Tier ist noch nicht ganz ausgewachsen, die Prothese muss also in Zukunft noch mehrmals angepasst werden. "Wir denken über ein flexibles Modell nach, das bei Bedarf verlängert werden kann", sagt Ingenieurin Fonseca. (APA, 19.2.2015)

  • Ein misshandelter Tukan soll mittels 3-D-Drucks einen neuen Schnabel bekommen.
    foto: reuters/jason lee

    Ein misshandelter Tukan soll mittels 3-D-Drucks einen neuen Schnabel bekommen.

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