USA setzen Verhandlungen über iranisches Atomprogramm fort

19. Februar 2015, 14:22
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Außenminister Kerry und Zarif reisen nach Genf

Washington/Genf - Die USA und der Iran setzen am Freitag ihre Atomverhandlungen fort. In Genf kommen zunächst die US-Chefunterhändlerin Wendy Sherman und Irans Vizeaußenminister Abbas Araqchi zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammen, wie die Regierungen in Washington und Teheran mitteilten.

Nach Angaben der iranischen Regierung wollen sich ab Sonntag dann auch die Außenminister John Kerry und Mohammad Javad Zarif in die Gespräche einschalten.

Das Treffen von Sherman und Araqchi soll am Freitag und Samstag in Genf stattfinden, wie Araqchi der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA sagte. Der US-Regierung zufolge wird auch EU-Direktorin Helga Schmid mit am Tisch sitzen. Nach Angaben von Araqchi sollen am Sonntag und Montag dann auch Kerry und Zarif dabei sein. Im Anschluss an die bilateralen Gespräche seien noch Verhandlungen der gesamten 5+1-Gruppe möglich, sagte Araqchi.

Friedliche Nutzung der Atomtechnologie

Die USA, die vier anderen UN-Vetomächte und Deutschland verhandeln mit dem Iran seit Jahren über dessen umstrittenes Atomprogramm. Bei den sogenannten 5+1-Gesprächen geht es um ein umfassendes Abkommen zur Beilegung des Konflikts. Es soll dem Iran die friedliche Nutzung der Atomtechnologie ermöglichen, zugleich aber sicherstellen, dass das Land keine Atomwaffen entwickelt. Im Gegenzug für Zugeständnisse Teherans sollen die internationalen Strafmaßnahmen aufgehoben werden, die im Iran eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst haben.

Die Frist zur Erreichung des Abkommens musste schon mehrfach verschoben werden. Zuletzt endete am 24. November eine Verhandlungsrunde in Wien ohne Ergebnis. Momentan wird angestrebt, bis zum 31. März eine Grundsatzeinigung zu erreichen und bis zum 30. Juni ein endgültiges Abkommen. Zarif hatte sich zuletzt Anfang Februar am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz mit US-Außenminister John Kerry getroffen. Beide Politiker bekräftigten, dass sie an der Frist bis Ende März festhalten.

Zu den Hauptstreitpunkten zählen die Anzahl der dem Iran zugestandenen Zentrifugen zur Anreicherung von spaltbarem Uran 235, der Schwerwasserreaktor in Arak, bei dessen Betrieb Plutonium anfallen würde, der Zeitpunkt der Aufhebung der gegen Teheran verhängten Sanktionen und die Dauer der Gültigkeit eines Atomabkommens. (APA, 19.2.2015)

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