OMV-Nettogewinn brach 2014 um zwei Drittel ein

19. Februar 2015, 11:36
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Ölpreistief, Sicherheitsprobleme in Libyen und Jemen: Angesichts der schwierigen Umstände zeigt sich OMV-Chef Roiss trotz Ergebniseinbruchs zufrieden

Wien - OMV-Chef Gerhard Roiss zeigte sich trotz des deutlichen Ergebniseinbruchs zufrieden mit dem vergangenen Geschäftsjahr. "2014 haben wir ein solides operatives Ergebnis erzielt, trotz eines turbulenten Jahres für die Branche mit um rund 50 Prozent gefallenen Ölpreisen in der zweiten Jahreshälfte und Sicherheitsproblemen in Libyen und im Jemen", sagte Roiss laut Aussendung.

Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS EBIT) schrumpfte 2014 um 15 Prozent auf 2,24 Mrd. Euro und lag damit etwas über den Erwartungen der Analysten. Der den Aktionären zuzurechnende CCS-Überschuss stieg um 2 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro. Im 4. Quartal legte das CCS EBIT um 23 Prozent auf 545 Mio. Euro zu, der CCS-Überschuss verdoppelte sich auf 348 Mio. Euro. Unbereinigt gab es im 4. Quartal jedoch einen Nettoverlust von 344 Mio. Euro (nach 59 Mio. Euro Nettogewinn im Vergleichsquartal 2013).

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit ging im Vorjahr um 11 Prozent auf 3,666 Mrd. Euro zurück.

Höhere Produktion in Norwegen

Der Produktionsanstieg im Gesamtjahr 2014 um 8 Prozent auf durchschnittlich 309.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalente pro Tag) sei hauptsächlich auf den Beitrag der Assets in Norwegen zurückzuführen, sagte Roiss. "Diese Assets liefern mittlerweile den zweitstärksten Beitrag zur OMV-Produktion und untermauern die Entscheidung, unsere Beteiligungen in stabilen EU/OECD-Ländern zu erhöhen." Die Produktion in Norwegen trug im Vorjahr rund 35.000 boe/d zur Gesamtproduktion bei.

Im Schlussquartal wirkte sich der Beitrag der norwegischen Felder mit einem Produktionsanstieg um 15 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2013 aus. Die Tagesproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas betrug 318.000 boe/d. Die Gesamtverkaufsmenge stieg im 4. Quartal um 23 Prozent. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns sank um 30 Prozent, während der durchschnittlich im Konzern erzielte Gaspreis um 12 Prozent über dem Niveau des Schlussquartals 2013 lag.

Der Geschäftsbereich Gas & Power, der 2013 noch ein geringfügig positives EBIT von 1 Mio. Euro verbucht hatte, war 2014 mit -162 Mio. Euro in der Verlustzone. Das EBIT sei durch Sondereffekte in Höhe von 263 Mio. Euro belastet worden, vor allem durch Wertminderungen des Gaskraftwerks Brazi in Rumänien und des Firmenwerts der türkischen Petrol Ofisi. Der EBIT-Verlust im 4. Quartal weitete sich von -47 Mio. Euro (Q4/13) auf -258 Mio. Euro aus.

Milliardeninvestitionen

Allerdings sei es gelungen, den langfristigen Gasliefervertrag mit Gazprom neu zu verhandeln, der nun die geänderten Marktbedingungen widerspiegle, heißt es im Ergebnisbericht. Das unterstütze den Ergebnisbeitrag von EconGas, deren Ergebnisbeitrag etwa auf dem Niveau des Vorjahres liege. Die gesamte Erdgas-Verkaufs- und Handelsmenge stieg um 14 Prozent auf gut 486 TWh (Terawattstunden).

Der Bereich Raffinerien & Marketing hat 2014 einen EBIT-Verlust von 290 Mio. Euro eingefahren (nach +658 Mio. Euro im Vorjahr). Im 4. Quartal war das EBIT mit -528 Mio. Euro negativ. Der Beitrag der Borealis fiel mit 51 Mio. Euro etwas geringer aus.

Bis 2017 will die OMV jährlich 2,5 bis 3 Mrd. Euro investieren, davon 80 Prozent in den Produktionsbereich. Das untere Ende der Investitionsbandbreite entspricht einer Ölpreis-Erwartung von rund 50 Dollar für die nächsten drei Jahre. Das Produktionsziel von 400.000 boe/d für 2016 wird aufrecht erhalten. Für heuer wird mit einem durchschnittlichen Ölpreis zwischen 50 und 60 Dollar pro Fass gerechnet. (APA, 19.2.2015)

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