Die beliebtesten schwul-lesbischen Reiseziele

Ansichtssache16. März 2015, 09:04
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In vielen europäischen Ländern haben homosexuelle Paare mittlerweile ein Recht auf Eheschließung. Zum Beispiel in Spanien, Frankreich oder Luxemburg. Tendenz steigend. Auch die Wirtschaft reagiert darauf. So gibt es etwa eine Hochzeitsmesse für Homosexuelle namens "Colored Love" in der Schweiz. Auch Reiseanbieter versuchen diese Zielgruppe zu erreichen und locken mit speziell zugeschnittenen Angeboten. Diese sind dann meist unter "Women- oder Men-only-Resort", beziehungsweise "Gay Resort", in den jeweiligen Suchmaschinen zu finden.

Strände des Südens

Spanische Strände sind in der Lesben- und Schwulenszene schon länger beliebt. Bereits in den 70er-Jahren fühlten sich gleichgeschlechtliche Paare auf der Insel Ibiza wohl. Auch Mallorca wird in dieser Hinsicht zunehmend interessanter: So hat sich der Sandstrand El Mago westlich von Palma zu einem Hotspot für lesbische und schwule Pärchen entwickelt. Eine lange Tradition hat auch die Homosexuellenszene auf Gran Canaria.

Griechenland ist beliebt, schneidet aber schlecht ab

Griechenland, das 2013 noch wegen der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt wurde, will gleichgeschlechtliche Paare anerkennen. Etwas spät, denn die Realität hat die Gesetzgebung längst überholt. Gelten doch insbesondere die Inseln Mykonos und Lesbos samt ihrer FKK-Strände als Hotspots für gleichgeschlechtliche Paare. Letztere hat einen besonderen Stellenwert bei homosexuellen Frauen, denn das Wort lesbisch leitet sich bekanntlich vom Namen der Insel ab.

Im "Spartacus Gay Travel Index", in dem 194 Länder nach Gesetzen und örtlichen Gepflogenheiten im Umgang mit Homosexuellen miteinander verglichen werden, schneidet Griechenland aber erstaunlich schlecht ab. Besser, aber nicht ganz vorne platziert sind hingegen Österreich und Deutschland. Eine gleichgeschlechtliche Ehe ist in den beiden Ländern derzeit aber nicht erlaubt. Lediglich eine eingetragene Partnerschaft ist möglich.

Der tolerante Norden

Vorreiter in Sachen Gleichstellung sind Länder im Norden Europas. Dänemark war überhaupt das erste Land, in dem es für gleichgeschlechtliche Paare möglich war, eine standesamtliche Verbindung einzugehen. Kein Wunder, dass Länder wie Schweden, Norwegen oder die Niederlande im "Spartacus Gay Travel Index" auf die vorderen Plätze geschafft haben.

Nicht überall willkommen

Der Index gibt auch Auskunft darüber, welche Länder – nicht nur in homosexueller Hinsicht – auf der Shitlist stehen: Russland landet unter allen europäischen Ländern auf dem hintersten Platz. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden nicht anerkannt. Ein sogenanntes Gesetz gegen Homosexuellen-Propaganda, welches positive Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet verbietet, wurde 2013 unterzeichnet. Bei einem Verstoß gegen das Gesetz sind hohe Geldstrafen die Folge.

Es geht aber noch schlimmer. In vielen muslimischen Ländern gilt die Todesstrafe, so zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auf den hintersten Plätzen landen aber der Iran und Somalia, wo homosexuelle Paare öffentlich hingerichtet werden. (Johannes Wagner, derStandard.at, 3.3.2015)

Hier sind die Top Ten des "Spartacus Gay Travel Index":

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