Übernahmespekulationen um bwin.party - Kanadische Amaya hat Interesse

18. Februar 2015, 09:57
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Laut "WSJ" - Glücksspielkonzern trennt sich in Indien von hunderten Mitarbeitern - Verkauf von Social-Gaming-Einheit gescheitert

Der börsennotierte österreichisch-britische Glücksspielriese bwin.party könnte doch von einem Rivalen übernommen werden. Nachdem die bwin-Aktie am Freitag massiv an Wert verloren hat, weil Börsianer die Hoffnung auf einen Verkauf des Konzerns aufgegeben hatten, ging es heute wieder bergauf: Die kanadische Amaya-Gruppe zeigt sich weiterhin interessiert, schreibt das "Wall Street Journal" (WSJ).

Der Amaya-Konzern könnte bwin.party ganz oder in Teilen schlucken, so die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Ein Amaya-Sprecher wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Von bwin.party hieß es, man werde den Markt zeitgerecht informieren.

Strengere Regulierungen

bwin.party und seine Konkurrenten leiden derzeit an den weltweit strenger werdenden Regulierungen von Online-Zocken und höheren Abgaben in Europa. In der EU gibt es seit Jahresbeginn eine Digitalsteuer, die die Anbieter von Online-Wetten und -Glücksspiel viel an Umsatz kostet. Sie müssen nämlich jetzt ihre Umsatzsteuer dort abführen, wo das Geld der Kunden herkommt. In Großbritannien, einem wichtigen Wettmarkt, müssen sich Wettkonzerne nun lizenzieren lassen und bald auch Abgaben für ihre britischen Umsätze zahlen. bwin.party erwartet aufgrund der neuen Belastungen für heuer einen Umsatzrückgang von 15 Mio. Euro, wie das Unternehmen kürzlich warnte.

Die Glücksspielbranche ist mitten in einer Konsolidierungswelle. Der von der Marktkapitalisierung her weltweit größte Anbieter William Hill aus Großbritannien hat bis vor kurzem Übernahmegespräche mit der 888 Holdings geführt, am Montag wurden die Verhandlungen aber für gescheitert erklärt. Die Preisvorstellungen lagen zu weit auseinander. In Finanzkreisen wurde der mögliche Deal mit 1,1 Mrd. Dollar (960 Mio. Euro) beziffert.

Verkauf von Social-Gaming-Einheit gescheitert

Gescheitert ist auch der Versuch von bwin.party, seine verlustträchtigen Social-Gaming-Aktivitäten an das New Yorker Start-up Rising Tide Games sowie an iMesh verkaufen. Beide Interessenten haben bwin.party mittlerweile den Rücken zugekehrt, so das "WSJ".

In Indien indes trennt sich bwin.party dem Zeitungsbericht zufolge von hunderten Mitarbeitern, da einige Spieleentwicklungseinheiten zusammengelegt würden. Der Konzern beschäftigt in Indien hauptsächlich IT-Spezialisten. (APA, 18.2. 2015)

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