Haselsteiner kritisiert "lästige" Conwert-Aktionäre

17. Februar 2015, 19:12
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Der Bauunternehmer nennt die Immobiliengesellschaft "ein Spielfeld für Neurosen" kritischer Aktionäre

Wien / Frankfurt am Main - Die Deutsche Wohnen AG macht bei ihrem Übernahmeangebot für die Mehrheit der Wiener Immobiliengesellschaft Conwert Tempo. Mitte März soll das Angebotsdokument veröffentlicht werden, bis Mitte April läuft gemäß den Plänen der Gesellschaft die Annahmefrist, die Nachfrist dann bis Mitte Juli. Rund 25 Prozent hat die von Michael Zahn geführte Deutsche Wohnen bereits versprochen bekommen. Und zwar von der Haselsteiner-Familienstiftung (sie hält 24,4 Prozent und will rund 19 Prozent abgeben) und vom Deutschen Karl Ehlerding.

Guter Schnitt

Haselsteiner argumentiert seinen (geplanten) Rückzug aus der Conwert im Gespräch mit dem Standard so: Die Übernahme durch die Deutschen sei "die gescheiteste Variante für die Conwert und ihre Aktionäre". Das Problem, eine Gesellschaft mit derart umfangreichen Immobilienbesitz in Deutschland von Wien aus zu steuern, sei schon lange auf dem Tisch gelegen und zur Lösung angestanden. "Und", so Haselsteiner, "aus eigener Kraft kann die Conwert nicht mit den drei Großen in Deutschland mitspielen, unterm Dach der Deutsche Wohnen (sie ist der zweitgrößte deutsche Wohnimmobilien-Konzern; Anm.) ist sie gut aufgehoben". Das preisliche Angebot (die Deutschen bieten 11,50 Euro je Aktie) sei "interessant, auf einem anderen Weg könnte ich so einen Verkaufserlös nicht erzielen". Dass Haselsteiners Stiftung etwas mehr als fünf Prozent behält, hat steuerliche Gründe; sollten die wegfallen, würde man ganz aus der Conwert aussteigen, erklärt der Bauunternehmer.

Kein Vorbehalt gegen Schneider

Dass er mit Conwert-Geschäftsführer Clemens Schneider, den er 2014 an Bord gehievt hat, wie kolportiert unzufrieden sei, stimme nicht. Schneider habe es angesichts "der lästigen Aktionäre wie Klaus Umek oder Alexander Proschofsky, die die Conwert als Spielfeld für ihre Neurosen auserkoren haben, nicht leicht".

Haselsteiner zielt damit auf den Chef des Investmentfonds Petrus Adviser, Umek, der die Conwert-Führung zuletzt in Inseraten massiv kritisiert hat und auf den "Börsenrebellen" Proschofsky, der mit seinem Versuch in den Conwert-Verwaltungsrat einzuziehen, gescheitert ist. Seine geschäftlichen Verbindungen zu Umek hat Haselsteiner vor längerem gekappt.

Bei Schneider hat sich Deutsche-Wohnen-Chef Zahn am Montag nach der Bekanntgabe des Übernahmeplans vorgestellt. Über das weitere berufliche Schicksal Schneiders für den Fall der Übernahme ist nichts bekannt. Sein Vertrag läuft bis 2018. (Renate Graber, DER STANDARD, 18.2.2015)

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