Wiener Handgranatenmord: Mutmaßliche Mittäter bekämpfen Urteile

17. Februar 2015, 15:35
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Renata H und Dejan V. legten jeweils Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein - Staatsanwalt mit zwölf bzw. 20 Jahren einverstanden

Wien - Die mutmaßlichen Mittäter im Fall des Wiener Granatenmordes bekämpfen ihre Urteile. Renata H., die Schwester des Haupttäters Kristijan H., und Dejan V., ein guter Freund des 35-Jährigen, haben gegen die über sie verhängten Freiheitsstrafen Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung erhoben. Das war am Dienstag nach Frist-Ablauf für das Anmelden von Rechtsmitteln im Landesgericht in Erfahrung zu bringen.

Renata H. und Dejan V. waren am vergangenen Mittwoch wegen Beteiligung am Doppelmord zu zwölf bzw. 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die Geschworenen schenkten ihrer Beteuerung, nichts von den verbrecherischen Plänen von Kristijan H. gewusst zu haben, mehrheitlich keinen Glauben.

Renata H. soll laut Staatsanwaltschaft in Kenntnis der Absichten ihres Bruders ihre Wohnung als Lager für diverse zur Durchführung der Bluttat nötigen Utensilien zur Verfügung gestellt sowie ihren Bruder und dessen Helfer Dejan V. zum Tatort chauffiert und von dort wieder weggebracht haben. Letzterer soll wiederum einen Revolver sowie eine Rohrbombe besorgt haben, mit der das Verbrechen ursprünglich hätte ausgeführt werden sollen, wovon Kristijan H. dann allerdings nach Recherchen im Internet Abstand nahm, weil er befürchtete, die Explosion könnte Unbeteiligte verletzen.

Urteil gegen Hauptangeklagten rechtskräftig

Der 35-Jährige hatte in der Nacht auf den 11. Jänner 2014 den Transportunternehmer Zlatko N. (45) und den zeitweise von ihm als Fahrer beschäftigten Horst Waldemar W. (57) mit dem Revolver beziehungsweise einer Handgranate zu Tode befördert. Die beiden hatten mit Kristijan H. einträgliche Geschäfte mit importiertem Diesel gemacht und den Treibstoff ohne Abfuhr der Mineralölsteuer im Sommer 2013 direkt an Tankstellen verkauft. Für den Doppelmord, zu dem sich der Hauptangeklagte vor Gericht geständig, fasste er 20 Jahre aus. Er nahm seine Strafe an, dieses Urteil ist bereits rechtskräftig.

Auch mit den über die Mitangeklagten verhängten Strafen war die Staatsanwaltschaft einverstanden. Die Anklagebehörde meldete keine Rechtsmittel an, womit feststeht, dass Renata H. und Dejan V. im Berufungsverfahren vor dem Obersten Gerichtshof (OGH) keine Strafanhebung droht. (APA, 17.2.2015)

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