In Menschennähe gehen Pumas deutlich öfter auf die Jagd

22. Februar 2015, 16:10
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Weibchen töten mehr Beutetiere, fressen aber weniger davon, wenn sich ihre Territorien mit denen von Menschen überschneiden

Santa Cruz - Die Eroberung von immer mehr natürlichem Lebensraum durch den Menschen hat für viele Tiere Konsequenzen. Für bedrohte Arten ist das besonders problematisch: Der Ausbau von Landwirtschaft und Infrastruktur verdrängt viele Spezies aus ihrer natürlichen Umgebung, wirkt sich aber auch auf das Verhalten der Tiere aus.

So berichten Forscher der University of California in Santa Cruz in den "Proceedings B der Royal Society", dass Pumaweibchen in der Nähe von Menschen offenbar unter erheblichem Stress auf die Jagd gehen: Wie die Forscher um Justine Smith herausfanden, reißen die Katzen mehr Beutetiere, fressen aber viel weniger davon, wenn sich ihre Territorien mit denen von Menschen überschneiden. Denn anstatt zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu einem gerissenen Beutetier zurückzukehren, gehen sie lieber erneut auf die Jagd.

Bestandsgefährdendes Verhalten

"Wir haben untersucht, wie eine zunehmende menschliche Siedlungsdichte das Jagdverhalten von Pumas beeinflusst", sagte Smith. Das Ergebnis zeige eindeutig, dass sich die Tiere weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme nehmen, dafür aber insgesamt mehr Tiere töten.

Für ihre Studie beobachteten die Forscher über drei Jahre 30 Pumas in den kalifornischen Santa Cruz Mountains. Halsbänder mit GPS-Sendern lieferten zusätzliche Daten über die Aufenthaltsorte und Fortbewegungsgeschwindigkeiten, aus denen sich auch Rückschlüsse über das Jagdverhalten ziehen ließen.

"In menschennahen Territorien rissen Weibchen um 36 Prozent mehr Wild pro Jahr als in kaum besiedelten Gebieten", so Smith. Diese Strategie gefährde nicht nur die Bestände von Beutetieren, etwa von Hirschen. Auch für den Energiehaushalt der Pumaweibchen sei die häufigere Jagd ein klarer Nachteil und könne im schlimmsten Fall ihre Fortpflanzungsrate senken. (red, derStandard.at, 22.2.2015)

  • Menschliche Nähe ändert das Jagdverhalten von Pumas.
    foto: ap/steve gray

    Menschliche Nähe ändert das Jagdverhalten von Pumas.

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