Wienerberger bleibt in Verlustzone

17. Februar 2015, 07:12
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Der Ziegelhersteller hat sein Umbauprogramm abgeschlossen, im Schlussquartal ging es deutlich aufwärts, davon profitieren auch die Aktionäre

Wien - Die schleppende Erholung der Wohnbaumärkte in den USA, Deutschland und Italien hat den weltgrößten Ziegelhersteller Wienerberger 2014 in die Verlustzone gedrückt. Weil das Geschäft in diesen wichtigen Absatzmärkten nach der Krise weniger schnell anläuft als erhofft, kündigte der Konzern am Montagabend Abschreibungen von insgesamt 208 Millionen Euro an. Diese führten 2014 zu einem Nettoverlust. Ohne diese Sonderbelastungen stieg das operative Ergebnis (Ebitda) um 19 Prozent auf 317 Millionen Euro. Weil damit einhergehend auch die frei verfügbaren Finanzmittel anwuchsen, sollen die Aktionäre eine um ein Viertel höhere Dividende von 15 Cent je Aktie erhalten.

Maues Geschäft in den USA

Das Wiener Unternehmen fertigt Wand- und Dachziegel, Betonsteine und Rohre. Zu den wichtigsten Kunden zählen Häuselbauer, die sich vor allem in wirtschaftlich guten Zeiten den Traum vom Eigenheim erfüllen. In den USA läuft das Geschäft nach der Krise jedoch zögerlicher an, als erhofft. "Wir haben gesehen, dass die durchaus optimistischen Prognosen der letzten Jahre mit einem sehr starken Zuwachs nicht eingetreten sind", sagte Konzernchef Heimo Scheuch. Zwar sei es nach wie vor realistisch, dass die Zahl der Baubeginne in den USA auf jährlich 1,5 Millionen wachse. Allerdings könne das noch drei bis fünf Jahre dauern, sagte Scheuch. Im Dezember ließen die Hochrechnungen auf 1,09 Millionen Baubeginne pro Jahr schließen - der höchste Stand seit der Krise. Zudem macht Wienerberger in den USA ein erbitterter Preiskampf zu schaffen, der die Gewinne drückt. Daher habe der Konzern allein in den USA 100 Millionen Euro abgeschrieben.

Hohe Überkapazitäten

Auch in Deutschland und Italien laufe das Geschäft noch nicht rund. Während den Ziegelherstellern in Italien hohe Überkapazitäten zu schaffen machen, werde der Wohnbaumarkt für Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland auch im laufenden Jahr leicht schrumpfen. Daher habe Wienerberger in diesen beiden Märkten insgesamt knapp 80 Millionen Euro abgeschrieben. Zudem fielen Wertberichtigungen von 30 Millionen Euro in Russland und Estland an - unter anderem wegen der massiven Abwertung des Rubels.

Für das laufende Jahr geht Wienerberger von einem stagnierenden bis leicht wachsenden Markt in Europa aus. In Italien und Deutschland zeichne sich keine Besserung ab. "Aber es gibt auch stärkere Märkte wie den englischen Markt, oder auch den belgischen und niederländischen - die für uns sehr sehr wichtig sind", sagte Scheuch. Der operative Gewinn (Ebitda) soll 2015 auf 350 von 317 Millionen Euro im vergangenen Jahr steigen. (Reuters, 17.2.2015)

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