Russland kündigt Antwort auf neue EU-Sanktionen an

16. Februar 2015, 18:05
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Schlagersänger Kobson sieht sich "als Patriot" geehrt, auf der neuen Sanktionsliste zu stehen. Im Kreml reagiert man kritischer auf die EU-Liste

Kiew/Moskau - Das russische Außenministerium hat mit "Unverständnis" auf das Inkrafttreten der neuen EU-Sanktionen reagiert: Es sei unlogisch, dass die Sanktionen jedes Mal, wenn Hoffnung auf Entspannung in der Ukraine-Krise herrsche, verschärft würden. "Solche Entscheidungen, auf die eine adäquate Antwort erfolgt, widersprechen dem gesunden Menschenverstand und schaden der sich ergebenden Möglichkeit, eine friedliche Lösung des innerukrainischen Konflikts zu finden", teilte das Ministerium mit.

Die bereits vor dem Minsker Treffen beschlossene schwarze Liste sieht Einreiseverbote und Kontensperrungen für 19 Personen und neun Organisationen vor, hauptsächlich separatistische Kämpfer im Donbass-Gebiet. Auf der Liste stehen aber auch zwei Stellvertreter des russischen Verteidigungsministers, Arkadi Bachin und Anatoli Antonow, sowie der russische Schlagersänger und Abgeordnete Josif Kobson.

"Russophobe" Opposition

Kobson erklärte, sich "als Patriot" geehrt zu fühlen, forderte aber zugleich von Moskau, ebenfalls mit Einreiseverboten zu reagieren: "Sie lassen zehn Künstler nicht rein, wir sollten das dann auch tun", sagte er. Zugleich sprach sich der 78-Jährige für Ausreisebeschränkungen gegenüber der russischen Opposition aus, die er als "russophob" bezeichnete.

Die Rebellen zeigten sich von den Sanktionen unbeeindruckt. Die in Minsk ausgehandelte Waffenruhe wurde am Montag mehrfach gebrochen. Beide Kriegsparteien beschuldigen sich gegenseitig der Verstöße. (André Ballin, DER STANDARD, 17.2.2015)

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