Chapel-Hill-Morde gehen um die Welt

16. Februar 2015, 17:28
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Palästinenser verurteilen Bluttat gegen drei Muslime

Chapel Hill/Wien - Obwohl die Ermordung dreier Muslime in Chapel Hill (USA) noch nicht abschließend geklärt ist, sorgt die Bluttat weiter für internationalen Aufruhr. Nun hat sich auch das palästinensische Außenministerium zu Wort gemeldet und die Tat verurteilt. Zudem fordert es eine Untersuchung unter palästinensischer Beteiligung.

Am Dienstag vergangener Woche waren in der Stadt im US-Bundesstaat North Carolina drei Studenten mit palästinensischen Wurzeln im Alter von 19, 21 und 23 Jahren erschossen worden. Der Schütze - ein 46-jähriger Nachbar - stellte sich. Die Polizei ging zunächst von einem Streit um Parkplätze als Motiv aus, nun ermittelt das FBI aber, ob es sich um ein Verbrechen mit rassistischem Hintergrund handeln könnte.

Der türkische Staatspräsident Tayyip Erdogan kritisierte in der vergangenen Woche seinen US-Amtskollegen Barack Obama, weil er sich nicht zu diesem Fall äußere: "Wenn Antisemitismus ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, warum ist dann Islamophobie kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit?" Am Wochenende verurteilte Obama die Morde schließlich als "brutal und empörend".

Bei einer Online-Spendenaktion eines der ermordeten Studenten für syrische Flüchtlinge ist es nach der Bluttat zu einer Spendenflut gekommen. Bis Montag kamen auf seiner Seite auf der Internetplattform YouCaring.com mehr als 420.000 Dollar (rund 370.000 Euro) zusammen. Der Zahnmedizinstudent wollte ursprünglich 20.000 Dollar sammeln, um zusammen mit anderen Zahnärzten syrische Kinder in türkischen Flüchtlingslagern behandeln zu können. (ksh/APA, DER STANDARD, 17.2.2015)

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