Hubertus Hohenlohe zu guter Letzt: Packt die Prinzenrolle

16. Februar 2015, 17:31
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Er war der Letzte der Exoten: Die Moderatoren Oliver Polzer und Thomas Sykora kommentierten den letzten Lauf bei der Ski-WM voll Respekt und rätselhafter Diskretion

Die Ski-Weltmeisterschaft 2015 in Vail ist geschlagen. Die österreichische Medaillenbilanz kann sich sehen lassen. Das Drama um Marcel Hirscher am Ende ist für den Moment zwar schmerzlich, auf lange Sicht mag tröstlich wirken, dass im Scheitern des Siegertypen der Heldenmythos schlummert.

Helden sind sie sowieso alle, die sich da hinuntertrauen, da gibt's jetzt wirklich nichts blöd zum Lachen. Zum 16. Mal nahm Hubertus Hohenlohe teil. Der 56-Jährige warf sich als 57. und letzter nach dem ersten Durchgang ins Rennen. "Hut ab", sagte Moderator Oliver Polzer. "Hut ab", stimmte sein Co, Thomas Sykora, zu. Während der Prinz Bogerl fuhr, analysierte Sykora mit Weitblick: "Man merkt bei ihm, dass er die langen Ski noch gewohnt ist." Hohenlohe fahre aber "sehr eng" und "sehr schön". 37,79 Sekunden lag da Hohenlohe bei der Zwischenzeit zurück. "Ein großartiges Stück Arbeit", gratulierte Polzer.

Sykora erzählte, er habe vor dem Start mit Hohenlohe gesprochen und taktische Hinweise gegeben: Auf Sicherheit fahren! Und prompt funktionierte es. Dem ehrgeizigen WM-Teilnehmer, so schien es allerdings, wäre ein Ausscheiden auf der schweren Piste gar nicht so ungelegen gekommen. Sykora, mitfühlend: "Er braucht auch mehr Kondition als die anderen, weil er länger unterwegs ist." Platz 46. Gesamtzeit 2:55:56. "Bravo", lobten die Moderatoren.

Auch bei der nächsten WM in St. Moritz will er dabei sein und "meine Prinzenrolle wieder auspacken", versprach der glückliche Letzte danach. Damit müsse das Hohenlohe'sche Bäuchlein gemeint sein, das "sich da ein wenig über dem Gürtel wölbt", mutmaßte Polzer. Hoffentlich ist das so. (Doris Priesching, DER STANDARD, 17.2.2015)

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