FPÖ will ORF-Stiftungsrat mit Faschingsschmerz befassen

16. Februar 2015, 17:43
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Eine "Diffamierungskampagne", glaubt die FPÖ - Nach groben Worten in Villach und Erdberg

Villach/Wien - Die vielleicht knalligste Szene dieses Villacher Faschings kommt nicht im Hauptabend. Der ORF verspricht "Höhepunkte" des närrischen Treibens. Dieser Höhepunkt wird erst tief in der Fastenzeit im ORF verhandelt.

Stiftungsrat und Publikumsrat des ORF will FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl mit Ereignissen befassen, die sich für ihn zu einer "Diffamierungskampagne" gegen Heinz-Christian Strache fügen.

Etwa mit dem Disput zwischen Schauspielerin und Theaterintendantin Kristina Sprenger (bis 2014: Soko Kitzbühel) und FPÖ-Chef Strache in Villach, nachts nach der Faschingssitzung in der Zigarren-Lounge des Holiday Inn. derStandard.at berichtete Samstag vom verbalen Raufhandel.

Sprenger wünschte sich Strache mit harten Worten weiter weg, der FPÖ-Chef gab in ähnlicher Tonlage zurück und vermisste Beistand der anwesenden ORF-Direktoren Kathrin Zechner und Richard Grasl. Sinngemäß soll ihnen Strache in dieser närrischen Nacht gedroht haben: Wenn die FPÖ in der Regierung komme, würden in ihren ORF-Büros statt ihnen andere Manager Wind machen. Kickl vermisst "Worte des Bedauerns" von Grasl und Zechner über das Geschehen im Süden.

Die laut Gesetz unabhängigen Stiftungs- und Publikumsräte aus dem freiheitlichen Lager sollen laut Kickl zudem thematisieren: Den aus Bild und Ton, aber nicht Untertiteln gestrichenen Vorstadtweiber-Dialog über gleichgeschlechtliche Neigungen des FPÖ-Vorsitzenden. Und harte Worte des Rappers Nazar über Strache in einem Konzert in der Wiener Arena (wohl weil Nazar auch in der ZiB 24 war und im ORF für den Song Contest coacht).

Nicht nur das verspricht in den zwei Wochen nach Aschermittwoch bunte wie aufschlussreiche Sitzungen der ORF-Gremien.

  • Nachrichtenstars Der Kärntner Stiftungsrat Siggi Neuschitzer verlangte von ORF-Chef Alexander Wrabetz Aufklärung über Moderationen und Honorare von Armin Wolf und Dieter Bornemann. Anlass wohl: Kritik des ORF-Ethikrates etwa am Auftritt Christian Wehrschütz' bei einer VP-Klausur. Neuschitzer will bei gut dotierten ORFlern Nebenjobs ganz verboten wissen.
  • Konsulenten und Berater Betriebsratschef Gerhard Moser rät zur "Notbremse" bei Beratungsverträgen und verlangt deren Offenlegung. Boston Consulting beriet den ORF für eine insgesamt siebenstellige Summe, etwa bei der neuen ORF-Führungsstruktur.
  • Die neue ORF-Führungsstruktur mit Managern für jeden Kanal und einem zentralen Info-Direktor ist Thema im Stiftungsrat am 5. März und interessiert naturgemäß Räte und Politik besonders. (fid; APA, DER STANDARD, 17.2.2015)
  • Wie sich Bilder und Botschaften ähneln: Damals, im Jahr 2010, witterte die FPÖ einen "Manipulationsskandal" bei einer "Am Schauplatz"-Doku.
    foto: reuters/bader

    Wie sich Bilder und Botschaften ähneln: Damals, im Jahr 2010, witterte die FPÖ einen "Manipulationsskandal" bei einer "Am Schauplatz"-Doku.

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