Forscher wollen Epidemien mittels Satellitendaten prognostizieren

21. Februar 2015, 20:50
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Ein bereits entwickeltes Frühwarnsystem für die Rinderkrankheit Rifttalfieber könnte als Vorbild für weitere Innovationen dienen

San Jose (Kalifornien) - Mithilfe von Satellitendaten wollen Wissenschafter Epidemien einiger Krankheiten Monate im Voraus vorhersagen. So hat etwa ein Team um den US-Biologen Kenneth Linthicum eine Art Frühwarnsystem für das Rifttalfieber entwickelt, das vor allem Rinder betrifft und hauptsächlich in Afrika vorkommt.

"Wir können die Ausbrüche zwei bis fünf Monate vorhersagen," erklärte Linthicum bei der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands American Association for the Advancement of Science (AAAS) im kalifornischen San Jose am Wochenende. Mittels Satellitenbildern gewinnen die Forscher unter anderem Daten über Regen, Überflutungen und Dürren, aus denen sie dann beispielsweise Informationen über die Verbreitung von Moskitos gewinnen und daraus Vorhersagen über deren Übertragungsrate und -reichweite erstellen können.

Schnelles Handeln durch öffentliche Daten

Diese würden dann an die Vereinten Nationen und so weiter an die betroffenen Länder geleitet werden. Auf diese Weise könnten die Menschen vor Ort gewarnt werden und beispielsweise Tiere impfen oder bei Ausbruch der Epidemie erkrankte Tiere unter Quarantäne stellen.

Derzeit arbeite man an der Entwicklung von Frühwarnsystemen auch für andere Krankheiten wie Malaria und Denguefieber, so Linthicum. "Schon in naher Zukunft werden wir in der Lage sein, die Ausbreitung weiterer Krankheiten vorherzusagen." Die Daten sollen dann offen zugänglich sein, möglicherweise auch über Apps für Smartphones. Allerdings würden sich nicht alle Krankheiten für derartige Prognosen eigenen: Besonders die hauptsächlich den Menschen betreffenden Krankheiten seien weitaus schwieriger vorherzusagen.

Noch bis zum Montag wollen bei der Konferenz der AAAS rund 10.000 Wissenschafter über ihre Forschung diskutieren und neue Ergebnisse vorstellen. Das Treffen, das bereits zum 181. Mal stattfindet, steht unter dem Motto "Innovation, Information und Abbildung". Der Wissenschaftsverband AAAS mit Sitz in Washington gibt unter anderem das Fachjournal "Science" heraus. (APA, 21.2.2015)

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