Kosovarischer Vizepremier dementiert Massenauswanderung

16. Februar 2015, 11:01
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Im Jänner verließen offiziell rund 11.000 Menschen den Kosovo

Prishtina – Die kosovarische Regierung bemüht sich Berichten über eine Massenauswanderung aus dem Balkanland entgegenzutreten. Vizepremier und Außenminister Hashim Thaci hat die von Opposition und Medien kolportierten Zahlen der jüngsten Emigrationswelle am Montag als "unrealistisch" zurückgewiesen. Die Zahlen würden aus politischen Gründen aufgebauscht, so der Außenminister laut der Tageszeitung "Zeri".

Laut Medienberichten haben in den vergangenen Wochen zehntausende Menschen den Kosovo Richtung EU verlassen, weshalb von einem "Exodus" der Kosovaren die Rede ist. Der stellvertretende Außenminister Petrit Selimi erklärte bereits am Sonntagabend gegenüber kosovarischen TV-Medien in serbischer Sprache, dass sich die Emigrantenzahl im Jänner auf 11.000 belaufen habe. Selimi wies damit die Darstellung einzelner Oppositionspolitiker zurück, es hätten 200.000 Kosovaren das Land verlassen. Auch die in verschiedenen Medien kolportierten Zahlen von 50.000 bis 100.000 Auswanderer würden nicht stimmen, so der Vizeaußenminister. Im Vorjahr wurden in den EU-Staaten insgesamt 24.000 Migranten aus dem Kosovo registriert.

Welle von "positiven Gerüchten"

Auf dem gesamten Balkan würde es einen sogenannten Winterzyklus vom November bis Februar geben, wenn die Zahl der Migranten und Asylantragsteller aus dieser Region wachse. Bis Dezember sei dieser Zyklus auch im Kosovo normal verlaufen, dann habe es aber eine ganze Welle von "positiven Gerüchten" über angebliche Arbeitsgenehmigungen in den westlichen Staaten gegeben, so die Erklärung Selimis für den starken Anstieg von Auswanderern. Außerdem habe die Regierung in Prishtina mit Verspätung erkannt, was vor sich gehe, räumte er ein.

Unterdessen steigen die Zahlen von Auswanderern, die in den Kosovo zurückkehren, wie Medien in Prishtina am Montag übereinstimmend berichteten. Gleichzeitig hieß es aber auch, dass die Fluchtwelle noch immer nicht gestoppt worden sei. (APA, 16.2.2015)

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