Deutscher Rivale will Conwert schlucken

16. Februar 2015, 10:01
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Deutsche Wohnen bietet 11,50 Euro je Aktie – Auch Wandelanleihen werden übernommen

Berlin/Wien – Das börsennotierte deutsche Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen hat am Sonntagabend bestätigt, dass es die Mehrheit an der österreichischen Immobilienfirma Conwert übernehmen will. Man biete 11,50 Euro in bar je Aktie. Der Deal kommt aber nur zustande, wenn mindestens 50 Prozent plus eine Aktie angeboten werden. Deutsche Wohnen will auch die Conwert-Wandelschuldverschreibungen übernehmen.

Knapp nach 9.50 Uhr schnellten die Papiere von Conwert um 9,39 Prozent nach oben. Zuvor waren sie vom Handel ausgesetzt gewesen.

Haselsteiner gibt ab

Einer der großen Conwert-Aktionäre ist der österreichische Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner. Er hält über seine Stiftung 24,4 Prozent und ist in den Deal eingebunden, erfuhr der Standard bereits vor der Deutsche-Wohnen-Mitteilung. Auch Familie Ehlerding unterstützten laut der Aussendung das Angebot. Die Haselsteiner-Familien-Privatstiftung ("HFP") wolle rund 19 Prozent der Conwert-Aktien abtreten und sich auf 5,1 Prozent zurückziehen. Investor Karl Ehlerding und Familienmitglieder wollen 6,6 Prozent der Aktien verkaufen, davon 1,2 Prozent in der Nachfrist, sodass sich Deutsche Wohnen bereits im Vorfeld 25 Prozent der Conwert-Aktien gesichert hat.

Haselsteiner hatte sein Paket früher gemeinsam mit Petrus Advisers gehalten, nach Differenzen mit Petrus-Chef Klaus Umek war es zur Trennung gekommen. Der frühere Großaktionär Petrus beziehungsweise Umek hat die Conwert-Führung unter Clemens Schneider im Jänner in Inseraten offiziell massiv kritisiert. Schneider war Sonntagabend gegenüber dem Standard zu keiner Stellungnahme bereit.

Deutsche Wohnen rechnete vor, der beabsichtigte Barangebotspreis entspreche einer Prämie von rund 21,5 Prozent auf den volumengewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen sechs Monate – das sind fünf Prozent Aufschlag. Die Finanzierung der Transaktion wird über eine Brückenfinanzierung durch Banken über rund 900 Millionen Euro und freie Liquidität erfolgen. (APA, gra, DER STANDARD, 16.2.2015)

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    foto: reuters/heinz-peter bader
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