Grüne Basis verbannt drei Wiener Gemeinderäte von Liste

15. Februar 2015, 17:38
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Kultursprecher Klaus Werner-Lobo, Integrationssprecher Senol Akkilic und Noch-Gemeinderätin Ingrid Puller auf unwählbaren Plätzen

Wien - Die grüne Basis hat entschieden - und der Partei bei der Wiener Landesversammlung am Samstag damit gleich mehrere kleine Überraschungen beschert. Auf den vorderen Listenplätzen für die Wien-Wahl 2015 finden sich nun einige neue Gesichter, drei aktive Gemeinderäte wurden hingegen auf absolut chancenlose Listenplätze verbannt.

Freuen darf sich die amtierende Vizebürgermeisterin: Maria Vassilakou wurde mit 94,29 Prozent auf Listenplatz eins bestätigt. Die Zustimmung fiel allerdings schwächer aus als noch vor fünf Jahren. Damals kam sie auf 98,65 Prozent. Nach ihrer Wahl gab es Standing Ovations, kritische Stimmen forderten aber konsequentere Maßnahmen - etwa in der Verkehrspolitik, ihrem Ressort.

Meinhard-Schiebel verdrängt Urgestein

Auf Platz zwei wurde Klubobmann David Ellensohn gewählt, gefolgt von Jennifer Kickert und Rüdiger Maresch. Birgit Hebein erreichte den fünften Platz.

Birgit Meinhard-Schiebel, derzeit Bezirksrätin im Alsergrund, Wien-Sprecherin der Grünen Senioren und auf Generationenpolitik spezialisiert, überholte den derzeitigen Planungssprecher Christoph Chorherr und landete mit Platz sechs noch vor dem grünen Urgestein und Peter Kraus, der Platz acht erreichte. Für den Quereinsteiger und Bildungsexperten Daniel Landau bleibt der Einzug in den Gemeinderat mit Platz 14 ungewiss.

Lobo intern abgewählt

Zwei derzeit aktive Gemeinderäte wurden hingegen gänzlich von der Liste gekickt: Integrationssprecher Senol Akkilic und Kultursprecher Klaus Werner-Lobo. Noch-Gemeinderätin Ingrid Puller ist mit Listenplatz 23 praktisch unwählbar - Aussichten auf ein Mandat hat man in etwa bis zur sechzehnten Stelle.

"Ich werde weiterhin politisch aktiv und unbequem bleiben und Verbündeter all jener sein, die gemeinsam für eine gerechtere und schönere Welt kämpfen", schreibt Lobo auf Facebook über seinen unfreiwilligen Abschied aus der Landespolitik. Im Jahr 2009 war der Autor und Globalisierungskritiker noch auf Platz zehn gewählt worden. Er gibt sich jedoch als guter Verlierer: Mit Ursula Berner sei eine "ausgezeichnete, kompetente und engagierte Kulturpolitikerin auf Listenplatz 13 gewählt" worden, sagt Lobo.

Das grüne Urgestein Alexander Van der Bellen und Bildungssprecherin Martina Wurzer hatten von sich aus beschlossen, nicht mehr zu kandidieren. (mika, cmi, rwh, DER STANDARD, 16.2.2015)

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