Australien warnt Indonesien vor geplanten Hinrichtungen

15. Februar 2015, 10:39
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Familien von Todeskandidaten appellieren an Jakarta

Sydney - Vor der drohenden Hinrichtung zweier Australier in Indonesien hat die australische Regierung mit diplomatischen Konsequenzen gedroht. Sollten die Exekutionen der beiden wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilten Australier wie geplant stattfinden, "werden wir sicherlich Wege finden, unseren Missmut kundzutun", erklärte der Premierminister Tony Abbott am Sonntag.

Millionen von Australiern seien "angewidert" von den geplanten Hinrichtungen, so der Premier. Die Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran sitzen in Indonesien wegen Heroin-Schmuggels im Todestrakt. Ihre Hinrichtung steht offenbar unmittelbar bevor. Ein Datum wurde zwar nicht genannt, doch hat die indonesische Regierung für Montag Vertreter aller Länder, deren Staatsbürger im Todestrakt sitzen, zu Gesprächen ins Außenministerium geladen.

Die Familien der beiden Todeskandidaten veröffentlichten am Sonntag verzweifelte Gnadenappelle an Indonesiens Präsidenten Joko Widodo. "Ich flehe ihn wieder und wieder an, ihnen zu vergeben und beiden eine zweite Chance zu geben", sagte die Großmutter des 33-jährigen Sukumaran unter Tränen vor Journalisten. Chans Familie erklärte, sie bete für ihn. "Solange es Leben gibt, gibt es Hoffnung. Lasst sie leben."

Weltweite Empörung

Zuvor hatte bereits die australische Außenministerin Julie Bishop Indonesien mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht. Die Australier würden sich künftig gut überlegen, ob sie noch auf Bali Urlaub machen wollten, erklärte sie. Auch einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen schloss sie nicht aus.

Vor einem Monat waren in Indonesien trotz internationaler Gnadenappelle sechs wegen Drogendelikten Verurteilte hingerichtet worden. Sie stammten aus den Niederlanden, Brasilien, Vietnam, Malawi, Nigeria und aus Indonesien selbst. Die Exekutionen lösten weltweit Empörung aus. (APA, 15.2.2015)

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