USA: "Janukowitsch gab Amt freiwillig auf"

14. Februar 2015, 22:10
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Sprecherin Psaki: Regierungswechsel in Kiew "verfassungsmäßig"

Washington/Hamburg - US-Außenamtssprecherin Jennifer Psaki zufolge hat der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch freiwillig sein Amt aufgegeben. Der Machtwechsel vor einem Jahr im Kiew sei kein Staatsstreich gewesen, erklärte sie nach Angaben der Nachrichtenagentur Sputinik, dem Deutschland-Ableger der russischen Agentur RIA Novosti.

"Ich hatte nicht vor, auf die Geschichte einzugehen, da Sie mir aber die Möglichkeit geben: Wie Sie wissen, ging der frühere ukrainische Staatsführer freiwillig", sagte Psaki bei einem Briefing am Freitag,

Vorher hatte sie den Vorwurf zurückgewiesen, wonach Washington laut dem venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro einen Putschversuch in seinem Land finanziert haben soll.

Nach ihren Worten unterstützen die USA keine politischen Umgestaltungen, die auf verfassungswidrigem Weg zustande kommen. Das sei von jeher die Politik der USA gewesen, betonte sie.

"Historische Tatsachen"

Auf die Anmerkung eines Journalisten, wonach der Regierungswechsel in Kiew im Februar 2014 nicht verfassungsmäßig gewesen sei, entgegnete Psaki, dass eine solche Darstellung "nicht den historischen Tatsachen entspricht".

Nach Darstellung des nach Moskau geflüchteten ehemaligen ukrainischen Innenministers Witali Sachartschenko wurde Janukowitsch das Opfer seiner eigenen Unentschiedenheit. In einem Telefonat am Freitag, dem 21. Februar 2014, dem Tag des Abkommens und der Flucht Janukowitschs, habe er dem Präsidenten von weiterem Blutvergießen abgeraten, berichtete Sachartschenko "Spiegel Online".

"Sie haben all die Tage keinen Schießbefehl erteilt, dann macht es jetzt schon gar keinen Sinn mehr", habe er Janukowitsch gesagt. Stattdessen habe Sachartschenko vorgeschlagen, die Truppen des Innenministeriums aus der Stadt abzuziehen. "Ich bin einverstanden. Es gibt keine Alternative", habe Janukowitsch geantwortet. Er floh daraufhin aus der Stadt. (APA, 14.2.2015)

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