Elektronische Systeme und Sicherheit

Kolumne16. Februar 2015, 15:46
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Das Auto stellt ein Anwendungsfeld für die Consumer-Elektronik dar. Qualitätskriterien sind aber zu lasch

Dass unlängst bei BMW und Tesla Sicherheitslücken im elektronischen System entdeckt wurden, wird nicht als Beweis für die Sinnlosigkeit elektronischer Systeme funktionieren, wohl aber als Warnschuss zur Verbesserung der Sicherheit in jeglicher Ausformung, nicht nur die Insassen betreffend, sondern auch die Funktionstüchtigkeit der Fahrzeuge.

Denn Sicherheit ist ja das Schlüsselargument für die elektronische Hochrüstung, weil, wann immer Kritik auftritt, das alles schlagende Argument "Am Ende sollte es keine Unfälle mehr geben, weil menschliches Versagen wegfällt" kommt. So weit sind wir aber noch lange nicht. Derweil wird noch auf mehreren Ebenen um die pure Funktionssicherheit gekämpft.

Eine gewisse Trennung zwischen Infotainment, Connectivity und Fahrzeugsystemen wird von Autoexperten als unabdingbar gesehen, jedenfalls nach heutigem Stand der Technik. So werden für die Fahrfunktion relevante Bauteile zumindest bis jetzt nach Sicherheitskriterien der Autoindustrie entwickelt und hergestellt, was wesentlich aufwändiger und teurer ist als bei herkömmlichen Elektronikgeräten.

Qualitätskriterien zu lasch

Doch das Auto stellt ein überaus verlockendes Anwendungsfeld für die etablierten Unternehmen der Consumer-Elektronik dar, deren Qualitätskriterien aber eindeutig zu lasch sind, um ein sogenanntes minimales akzeptables Restrisiko zu garantieren, ein Grundsatz, der in der Vergangenheit für jede seriöse technische Norm befolgt wurde.

Das betrifft nicht nur schlampige Programmierung der Software, es geht auch um die Hardware, bei der wirklich verlässliche Herstellungsmethoden ein Vielfaches an Kosten verursachen, als dies bei Handys und Laptops der Fall ist, die man ja nicht einmal in der Sonne liegen lassen kann. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 14.2.2015)

  • Vor kurzem wurden Sicherheitslücken im elektronischen System von Tesla gefunden.
    foto: reuters/james fassinger

    Vor kurzem wurden Sicherheitslücken im elektronischen System von Tesla gefunden.

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