Mumford und die Rockies

Kolumne13. Februar 2015, 17:53
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Irgendwann gegen Ende des Aufenthaltes im Vail Valley, da sollte man auch einmal runterkommen, das Land auf sich wirken lassen. Das hat es sich verdient. Mit der Folk-Rock-Band Mumford & Sons im Ohr - die eignet sich dafür bestens - die nur teilweise verschneiten Rocky Mountains während der Busfahrt auf der Interstate 70 an sich vorbeiziehen lassen, sich die Sonne einmal mehr ins Gesicht scheinen lassen. Die Sonne war sehr freundlich in den vergangenen Tagen. Zum Frieren war es auch nicht. Diesbezüglich kann man nicht klagen. "I walk slow", singt einem Marcus Mumford ins Ohr.

In den vergangenen zwei Wochen war meistens Hasten an der Tagesordnung. Den Bus erreichen, schnell rauf nach Beaver Creek oder rüber nach Vail, schnell in den Zielraum, um zu hören, was die Skirennfahrer zu sagen haben, zurück ins Pressezentrum, das Gehörte niederschreiben, schnell zur nächsten Pressekonferenz, zum nächsten Interview, wieder den Bus kriegen, schnell was zum Essen besorgen, keine Zeit dafür haben. Zurück in die Unterkunft fahren, fertigtippen, die Termine für den nächsten Tag checken, schnell schlafen, am nächsten Tag wieder früh raus. Und alles wieder von vorne.

Nein, viel langsam war nicht dabei. Dabei hätte sich, wie in der Schnelligkeit kurz aufgeschnappt werden konnte, die Langsamkeit da und dort schon gelohnt. Und während man zwischendurch auch schon mal "gut, wenn's vorbei ist" denkt, kommt am Ende irgendwie Wehmut auf. Schön war's auch. Goodbye, Colorado, vielleicht bis irgendwann. Dann bestimmt weniger gehetzt. (Birgit Riezinger, DER STANDARD, 14.2.2015)

  • "I'm goin' down to Beaver Creek, gonna have myself a time."
    grafik: schaffer-goes-albertina-planspiele

    "I'm goin' down to Beaver Creek, gonna have myself a time."

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