Kopf des Tages: St. Valentin

Kopf des Tages13. Februar 2015, 17:53
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Um den St. Valentin ranken sich mehr Fragen und Spekulationen, als es gesicherte Antworten gibt

Rote Rosen und Herzen gehören zum 14. Februar wie der Tannenbaum zu Weihnachten oder das Gansl zu Martini. Der Valentinstag gehört den Liebenden - und man schenkt sich Blumen, um mit diesen schnell einmal zu sagen, wozu man sich sonst viel zu wenig Zeit nimmt.

Es ist daher auch der Tag der Blumenhändler, bei denen die Kassen süßer nie klingen. Und hätte es ihn nicht schon vorher gegeben, er wäre mit Sicherheit von Floristen erfunden worden.

Aber wer oder was steckt wirklich dahinter? Um diesen St. Valentin ranken sich mehr Fragen und Spekulationen, als es gesicherte Antworten gibt.

Verbotene Rituale

Das Gedenken an diesem Tag gilt vielleicht jenem christlichen Prediger, in manchen Quellen als Bischof von Terni bezeichnet, der Verliebte nach damals noch verbotenen christlichen Ritualen vermählte. Er soll den Paaren auch Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Unter den Vermählten sollen sich auch Soldaten befunden haben, die nach kaiserlichem Edikt unverheiratet bleiben mussten.

Zudem soll Valentin die eine oder andere Wunderheilung vollbracht haben. All dies, so die Legende, brachte Kaiser Claudius II. so auf die Palme, dass er Valentin angeblich am 14. Februar 269 köpfen ließ. Nach seinem Tod sollen ihn Bekehrte in der Nähe von Terni bestattet haben. Bereits Papst Julius I. soll ihm zu Ehren dort eine Basilika errichten haben lassen. Seinen Gedenktag soll der Papst an den 14. Februar gekoppelt haben - einen Tag vor dem Datum eines altrömischen Fruchtbarkeitsfestes, der Luperkalien. Das Datum galt auch als Festtag der römischen Göttin Juno, der zu Ehren Blumenopfer gebracht worden waren. Solche Umformungen heidnischer Festdaten in christliche Feiertage waren nicht selten.

Alles ganz anders

Doch kann alles auch ganz anders gewesen sein, zumal die für Heilige zuständige Vatikanische Kongregation nicht weniger als 17 Heilige namens Valentin auflistet. Vielleicht hat der 14. Februar als Tag der Verliebten einen ganz tierischen Grund? Im Mittelalter etwa meinte man, dass die Paarungszeit der Vögel zu diesem Termin beginne. Was man am heutigen Tag auf dem Weg zum Blumengeschäft ja einmal beobachten könnte.

Der katholischen Kirche ist das Treiben um diesen Tag wohl schließlich zu unheilig geworden. 1969 wurde der Valentinstag als Gedenktag aus dem römischen Generalkalender gestrichen. Eindeutig nicht zum Schaden der Blumenhändler. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 14.2.2015)

  • Der Vatikan listet nicht weniger als 17 heilige Valentins auf. Auch auf dem Bild ist einer davon zu sehen.
    foto: reuters

    Der Vatikan listet nicht weniger als 17 heilige Valentins auf. Auch auf dem Bild ist einer davon zu sehen.

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