Raaberbahn holt Verstärkung im Kampf gegen ÖBB

13. Februar 2015, 17:40
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Gemeinsam wollen die beiden ein Joint Venture gründen und so Schienentransporte vom Schwarzen Meer bis Passau abwickeln

Wien - Die Deutsche Bahn (DB) nimmt einen neuen Anlauf, um ihren Bahngüterverkehr in Österreich und Ungarn zu verstärken. Als Partner hat der DB-Konzern die ungarisch-österreichische Raaberbahn auserkoren, konkret deren Güterverkehrstochter Gysev Cargo. Gemeinsam wollen die beiden ein Joint Venture gründen und so Schienentransporte vom Schwarzen Meer bis Passau abwickeln. Das erfuhr der Standard aus Eigentümerkreisen der Raaberbahn.

Deren Generaldirektor, Csaba Szekely, bestätigt derlei Aktivitäten. Raaberbahn habe die Absicht, eine gemeinsame Tochter mit DB zu gründen. Zurzeit durchlaufe das Vorhaben die Gremien der Raaberbahn. Bei der Deutschen Bahn war am Freitagnachmittag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Offen ist dem Vernehmen nach auch, ob die Speditionstochter DB Schenker 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten wird, oder die DB-Gütersparte selbst. Von DB dürfte das Anlagevermögen kommen, also die Lokomotiven, von Gysev Cargo das kostengünstigere ungarische Personal. Nägel mit Köpfen könnten zumindest beim Juniorpartner bereits nächste Woche gemacht werden: Am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat der Raaberbahn und am 13. März ist eine Hauptversammlung anberaumt, in der die 49-Prozent-Beteiligung abgesegnet werden soll. Die Republik Österreich hält an Raaberbahn 28 Prozent, die Mehrheit gehört Ungarn. (ung, DER STANDARD, 14.2.2015)

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