Wortkunde: Heim- und Rückkehrer

15. Februar 2015, 08:40
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Meist werden sie herbeigesehnt, neuerdings schlägt ihnen Skepsis entgegen: Den Heim- und Rückkehrern

Heimkehrer sind prinzipiell gerne gesehen. Einst bezeichnete man damit jene, die nach Gefangenschaft aus dem Zweiten Weltkrieg nach Hause kamen, heute Männer, die das Heim kehren. Doch nicht diese Heimkehrer verunsichern. Es sind solche, die im Sold des "Islamischen Staates" oder anderer, der Aufklärung hinterher hinkender Kräfte standen. Sie belegt man mit dem Synonym Rückkehrer. Es gibt deren Verrohte, Traumatisierte und Desillusionierte. Österreich hat sogar eine prominente Rückkehrerin. Am 1. April, was nur ein Zufall sein kann, wird die Juristin Claudia Bandion-Ortner ans Wiener Landesgericht zurückkehren.

Ray-Bandion-Ortner, wie sie im Brillenmilieu ob ihres Faibles für bunte Sehbehelfe liebevoll genannt wird, stand zuletzt im Sold des Abdullah-Zentrums. Dort hielt sie Fürsprache für die Burka und beruhigte uns von Fußfesseln und Freigang verweichlichte Westler bezüglich der Gepflogenheit ihres Brötchengebers Saudi-Arabien, freitags zur öffentlichen Hinrichtung zu laden. Es werde ja eh "nicht jeden Freitag geköpft", kalmierte sie. Soweit keine Spur von Verrohung.

Es müssen also Querulanten und Neider sein, die an ihrer richterlichen Integrität zweifeln, bloß weil sie Talar mit Burka verglichen hat und sich bezüglich der Todesstrafe arbeitgeberloyal verhielt. Aber die Unschuldsvermutung gilt selbst für Juristen. Gut möglich, dass all die Bedenken ihr gegenüber weder Hand noch Fuß haben. So wie viele Heimkehrer früher, so wie viele in Saudi-Arabien heute - nach exekutierter Rechtssprechung. (flu, DER STANDARD, 14.2.2015)

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    foto: apa/epa/jeon heon-kyun
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