"Crossdocks" werden zunehmend nachgefragt

18. Februar 2015, 17:36
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Investoren sind aber noch zurückhaltend

Was früher Tage oder Wochen gedauert hat, soll heute nur noch ein paar Stunden dauern: Die Same-Day-Delivery verändert die Logistikbranche. "Viele neue Unternehmen drängen in das Parcel-Distributions-Geschäft", sagt Felix Zekely, Head of Agency & GCS bei CBRE Österreich. "Sie sind unter extremem Druck, was die zeitliche Komponente angeht."

Ein Lösungsansatz sind "Crossdocks", die laut Zekely zunehmend nachgefragt werden. Bei diesen werden Waren ohne Lagerung von einem Lkw in ein anderes Vehikel geladen - und damit Kosten reduziert. Möglich ist das in Hallen mit gegenüberliegenden Backloadingdocks: Auf der einen Seite wird geliefert, auf der anderen neu beladen. Bei Bestandshallen wird es da aber schwierig: "Die klassische Halle, die alle Entwickler mehr oder weniger in derselben Form bauen, hat eine ganz andere Gebäudetiefe und wesentlich weniger Tore", sagt Zekely.

Ganz angekommen ist der Trend hierzulande jedenfalls noch nicht: Der Bedarf der Nutzer an solchen Hallen sei zwar gegeben - aber Entwickler und Investoren seien noch zurückhaltend, weil sie die neuen Hallen als Sonderimmobilien betrachten. "Investoren haben gern Standarddistributionshallen, weil sie bei denen das Risiko einschätzen können", sagt Zekely. Erfahrungswerte zu "Crossdocks" fehlen noch. "Wir sehen da aber echte Chancen für Investoren", sagt Zekely. "Aus unserer Sicht wird eine langfristige Wertsteigerung eintreten."

"Crossdock" in Hagenbrunn

Doch eine "Crossdock-Facility" kostet: Die Errichtungskosten sind aufgrund der größeren Anzahl an Toren höher, außerdem bedingt das hohe Verkehrsaufkommen vor Ort eine geringere Ausnutzung der Grundstücksfläche, erklärt Zekely. Bei einer traditionellen Halle würden 50 Prozent der Liegenschaft verbaut - bei einem "Crossdock" nur 25 bis 30 Prozent. Umsetzbar sei so eine Halle also nur in Lagen mit günstigen Grundstückspreisen. Aufgrund der höheren Kosten dürfte auch die Miete höher ausfallen: Statt bei 4,50 bis fünf Euro würden sie im "Crossdock" eher bei 8,50 Euro liegen, meint Zekely: "Und wahrscheinlich wünscht sich der Investor eine längere Bindung des Nutzers."

In Hagenbrunn steht eine derartige Halle nun jedenfalls speziell für einen Nutzer vor der Errichtung, berichtet der Logistikexperte, der dazu aber keine Details nennen will. (zof, DER STANDARD, 14.2.2015)

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    foto: epa/jens buettner
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