Wie man Kinderunfälle auf Schnee und Eis vermeiden kann

13. Februar 2015, 14:07
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Wichtig ist es etwa, "Kraftakkus" immer wieder aufladen, zum Beispiel durch Pausen und kleine Snacks

Das schöne Wetter und viel Neuschnee locken derzeit viele Familien auf Rodel- und Schlittschuhbahnen oder Skipisten. Die Kinder versuchen sich auf Skiern oder mit trendigen Wintersportarten wie Snowboard oder Snowkiting. Doch dabei überschätzen die jungen Sportler oft ihre Fähigkeiten hinsichtlich Tempo und anderer Gefahren. So kann der Spaß schnell mit einem gebrochenen Arm in der Notaufnahme enden. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) gibt Tipps, wie Familien ohne Unfälle den Winterspaß genießen können.

Pausen einlegen

Im Winter verletzen sich Kinder und Jugendliche besonders oft an Kopf und Hand oder brechen sich den Unterschenkel. Häufig kommen die jungen Patienten auch mit schmerzhaft überdehnten Bändern, verletzten Knien oder Sprunggelenken in die Notaufnahme. Die Unfallursachen sind meist die erhöhte Risikobereitschaft bei Jugendlichen sowie Fahrfehler und Kollisionen durch unterschätzte Geschwindigkeiten.

"Zwei Drittel aller Wintersportunfälle ereignen sich nachmittags. Dann lassen nämlich Konzentration und Kraft nach", sagt Kinderchirurg Tobias Schuster von der DGKCH. Er rät Eltern, dafür zu sorgen, dass die Kinder ihre "Kraftakkus" immer wieder aufladen, zum Beispiel durch Pausen und kleine Snacks.

Helm tragen

Um gefahrlos durch den Winterspaß zu kommen ist auch die richtige Wintersportart für das richtige Alter entscheidend: Skifahren und Schlittschuhlaufen sollten Kinder frühestens ab vier Jahren ausprobieren. Schlittenfahren können schon die Kleinsten zusammen mit ihren Eltern.

Darüber hinaus rät Schuster, bei rasanten Rodelabfahrten immer einen passenden Helm zu tragen. Auch sollten Eltern darauf achten, ob die Skipiste vereist oder in gutem Zustand ist. Zu Schutzmaßnahmen beim Eislaufen gibt es bislang keine wissenschaftlich belegten Empfehlungen, so Schuster. Beim Einsatz von Handgelenks- und Ellbogenschützern rät er Eltern deshalb, die Gefahren von Fall zu Fall selber einzuschätzen. Denn manchmal behindern Protektoren Kinder mehr in ihrer Bewegungsfreiheit, als dass sie sie schützten.

Zum Arzt gehen

Ist das Kind auf den Kopf gestürzt, müssen Ärzte und Eltern immer eine Gehirnerschütterung in Betracht ziehen. Diese zeigt sich oft durch Übelkeit, Erbrechen, apathisches und ungewöhnliches Verhalten. Klagt das Kind über Schmerzen an Armen, Beinen oder Schulter, könnte ein Knochen gebrochen sein.

"In beiden Fällen sollten Eltern unbedingt zum Arzt gehen, falls sie nicht direkt vor Ort als Notfall versorgt werden", so Schuster. Der Kinderchirurg empfiehlt Eltern, in jedem Fall eine auf Kindertraumatologie spezialisierte Praxis oder Klinik aufzusuchen.

Denn insbesondere bei Knochenbrüchen sollten auf Kinder spezialisierte Ärzte die Verletzung behandeln. "Da der Knochen sich bei diesen Patienten noch im Wachstum befindet, ist eine professionelle Behandlung besonders wichtig, um Folgeschäden am jungen Bewegungs- und Halteapparat zu vermeiden." (red, derStandard.at, 13.2.2015)

  • Beachtet man einige grundlegende Dinge, steht dem Schivergnügen nichts mehr im Wege.
    foto: corn

    Beachtet man einige grundlegende Dinge, steht dem Schivergnügen nichts mehr im Wege.

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