34 Dollar: Smartphone-Dongle erkennt HIV und Syphilis

13. Februar 2015, 10:44
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Mit iPod Touch verbunden - liefert in 15 Minuten Ergebnisse

Ruanda zählt laut UN zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Wie einige andere afrikanische Staaten kämpft das Land mit Armut. Ein Problem sind auch sexuell übertragbare Krankheiten, rund drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind HIV-positiv.

Wenngleich der Anteil in den vergangenen Jahren leicht gesunken ist, benötigt man nach wie vor günstige Möglichkeiten, viele Menschen schnell, einfach und zuverlässig auf Infektionen zu testen. Forscher der Columbia University haben einen Smartphone-Dongle entwickelt, das Blut auf HIV und Syphilis untersuchen kann und dabei nur wenig in der Herstellung kostet, berichtet Science Daily.

Einfache Handhabe, schnelle Ergebnisse

Man konnte bereits Tests in drei Gesundheitszentren in Ruanda durchführen. Ein Mikroliter Blut, entnommen durch einen kleinen Stich in den Finger, reicht aus, damit das an einen iPod Touch angeschlossene Gerät Resultate liefert. Das Blut landet in einer Kassette, die wiederum in den Dongle eingesteckt wird. Danach musste nur noch ein Button in einer eigenen App gedrückt werden, um die Untersuchung zu starten. Der Umgang mit dem Testgerät lässt sich in einer halben Stunde erlernen.

Auch auf Energiesparsamkeit wurde geachtet. Anstelle einer elektrischen Pumpe nutzt man eine manuelle Pumpe, wie man sie etwa auf Blutdruckmessgeräten findet. 41 Tests lassen sich mit einer Akkuladung des iPods durchführen, auf neueren Modellen mit größerer Kapazität vermutlich noch mehr. Eine Blutanalyse dauert 15 Minuten, während ein konventioneller Test 2,5 Stunden in Anspruch nimmt und jeweils 8,50 Dollar kostet.

sia lab

Vielversprechender Test

Die Resultate sind erfreulich. 96 Personen wurden getestet, HIV-Infektionen konnten mit hundertprozentiger Genauigkeit erkannt werden. Auch 87 Prozent aller HIV-negativen Patienten wurden als solche korrekt identifiziert. Bei zwölf Personen lieferte das Gerät falsch-positive Resultate. Ein falsch-negatives Ergebnis gab es beim Syphilis-Test bei Personen mit Antikörpern, bei Patienten ohne Antikörpern lag die Quote niedriger.

Während herkömmliches Labor-Equipment für solche Tests laut Forschern mit über 18.000 Dollar zu Buche schlägt, lässt sich der Dongle gemäß den eigenen Berechnungen für 34 Dollar (derzeit knapp 30 Euro) produzieren und ist weitaus transportabler. Faktoren die enorm wichtig sind, zumal die Erfindung für den Einsatz in entlegenen Gebieten gedacht ist.

Patienten überzeugt

Auch bei den Patienten kam das neue Verfahren gut an. Geschätzt wurden die schnelle Auswertung, dass beide Tests auf einmal durchgeführt wurden und vor allem die einfache Blutabnahme anstelle des Abzapfens über eine Vene. 97 Prozent der Probanden gaben an, dass sie diesen Test anderen empfehlen würden. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse im Journal Science veröffentlicht. (gpi, derStandard.at, 13.02.2015)

  • Der Dongle für iPods und iPhones soll vor allem in ruralen Gebieten zum Einsatz kommen.
    foto: samiksha nayak for columbia engineering

    Der Dongle für iPods und iPhones soll vor allem in ruralen Gebieten zum Einsatz kommen.

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