Steuerexperte: "Bauherrenmodell für Neubauten"

13. Februar 2015, 10:28
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Werner Doralt schlägt vor, die bestehende steuerliche Förderung für Sanierungen auch auf neue Mietwohnhäuser auf der grünen Wiese auszuweiten

Das Bauherrenmodell, bei dem sich mehrere Anleger an der Entwicklung einer Wohnimmobilie beteiligen und von einer auf 15 Jahre verkürzten steuerlichen Abschreibung profitieren, wird derzeit nur für Sanierungen bzw. (in Wien und der Steiermark) für Abbruch/Neubau-Projekte angewandt. Für Neubauten von Mietwohnhäusern auf der "grünen Wiese", also ohne vorhergehenden Abbruch eines Altbaus, gibt es den Steuervorteil nicht.

"Eigentumsmarkt entlasten"

Der Steuerexperte Werner Doralt sieht genau hier viel Potenzial. "Durch die Ausweitung der bestehenden steuerlichen Förderung könnten einerseits günstige Mietwohnungen geschaffen und andererseits der Eigentumsmarkt entlastet werden", sagt Doralt zum STANDARD.

"Altwohnhäuser, die für eine begünstigte Sanierung in Betracht kommen, gibt es nur mehr wenige, gelegentlich in Wien, allenfalls in den Landeshauptstädten. Benötigt werden vielmehr neu errichtete Wohnungen mit günstigen Mieten", begründet Doralt seinen Vorstoß in Zeiten der Steuerreformdiskussion. Gleichzeitig würden Gut- und Bestverdiener eine sichere Vermögensanlage suchen und deshalb Eigentumswohnungen kaufen, um sie dann zu vermieten. "Das Ergebnis: Die Eigentumswohnungen werden teurer, und jene, die eine Eigentumswohnung für den Eigenbedarf benötigen, können sie sich nicht mehr leisten, weil die Wohnungen als Vorsorgemodelle von Bestverdienern gekauft werden, die über mehr Geld verfügen."

"Attraktiv auch für Anleger"

Die Förderung müsste natürlich, wie bei Sanierungsprojekten, an eine Mietzinsbeschränkung gekoppelt sein. Dennoch wäre ein solches Modell seiner Ansicht nach auch für Anleger attraktiv, die möglichen Problemen in der Vermietung einer einzelnen Eigentumswohnung aus dem Weg gehen wollen.

Ferdinand Lechner, Geschäftsführer der Linzer Consulting-Agentur aicons und seit Jahresbeginn ÖVI-Landesstellenleiter in Oberösterreich, hält das für eine gute Idee. Lechner hat als früherer ifa-Vorstand viel Erfahrung mit Bauherrenmodellen und weist darauf hin, dass für den steuerlichen Vorteil sogar nur eine Förderzusicherung ausreichend wäre, ohne die Förderung tatsächlich in Anspruch zu nehmen. (mapu, derStandard.at, 13.2.2015)

  • Auch für Neubauten auf der "grünen Wiese" sollte ein Bauherrenmodell mit verkürzter steuerlicher Abschreibung möglich sein, sagt Steuerrechtsexperte Doralt.

    Auch für Neubauten auf der "grünen Wiese" sollte ein Bauherrenmodell mit verkürzter steuerlicher Abschreibung möglich sein, sagt Steuerrechtsexperte Doralt.

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