Spatenstich mit präsidialem Selfie

Ansichtssache12. Februar 2015, 17:23
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Neues Rapid-Stadion soll ab Sommer 2016 bis zu 28.000 Fans fassen, unter dem Elferpunkt wird eine Schatzkiste vergraben

Wien - Rapid erhält mit dem Allianz-Stadion eine neue Heimat. Die Arena am Standort des inzwischen abgerissenen Hanappi-Stadions wird bis zu 28.000 Zuschauer fassen und soll im Sommer 2016 eröffnet werden. Der Spatenstich erfolgte am Donnerstag mit staatstragender Unterstützung: Bundespräsident Heinz Fischer, bekennender Rapidler, griff selbst zur Schaufel.

Fischer legte während der mehr als eineinhalbstündigen Festivität sogar seine Krawatte ab und band sich dafür ein offizielles Rapid-Pendant um. An den Grün-Weißen imponiere ihm besonders die "Kampfkraft und die Einsatzbereitschaft". Er selbst verbinde viel mit dem Traditionsverein: "Ich kann mich an ein 7:5 gegen die Austria irgendwann in den 1950er-Jahren erinnern." Er habe im Lauf der Zeit auch Spieler kennengelernt. "Mir hat der Walter Zeman so unheimlich imponiert als Tormann. Der Spielwitz des Happel war begeisternd, und die Körner-Buben natürlich." Einer der "Körner-Buben", der knapp 89-jährige Alfred Körner, nahm ebenfalls an dem Spatenstich teil.

Eröffnungsspiel im Juni oder Juli 2016

Fischer freute sich auf das neue Stadion, dessen Baufortschritt er genau verfolgen werde: "Bis zum 8. Juni 2016, ungefähr bis 12 Uhr, bin ich Bundespräsident." Er sei neugierig, ob die neue Rapid-Heimat bis dahin fertig sein werde.

Das könnte sich ausgehen. Rapid-Präsident Michael Krammer kündigte an, dass das Eröffnungsspiel für Juni oder Juli geplant sei. Im Vergleich zur alten Heimstätte der Grün-Weißen wird das 53 Millionen Euro teure, in den Vereinsfarben gehaltene Allianz-Stadion um 90 Grad gedreht. Die Haupttribüne liegt künftig also im Westen, an sie wird das Hauptgebäude in Form einer Röhre angeschlossen. Laut Krammer sind außerdem 40 Logen und 2.500 Business- und VIP-Sitze geplant.

Hofmanns Schuhe unter dem Elferpunkt

Ungeachtet der Tatsache, dass die künftige Beleuchtung in das Stadiondach integriert wird, bleibt ein alter Flutlichtmast gewissermaßen als hochaufragendes Erinnerungsstück an die Hanappi-Ära stehen. Andere Andenken werden hingegen unter der Erde verschwinden: Eine "Schatzkiste", gefüllt mit diversen Stücken von Steffen Hofmanns Fußballschuhen über ein Stück Tornetz bis zu alten Eintrittskarten wird im Zuge der Bauarbeiten unter dem neuen Elfmeterpunkt im Heimsektor vergraben.

Vom Spatenstich, für den auch die gesamte Mannschaft posierte, bis zum bespielbaren Platz wird es noch rund eineinhalb Jahre dauern. Bis dahin wird Rapid weiterhin im Happel-Stadion seine Heimspiele bestreiten. Die Kosten von 53 Millionen Euro für die neue Heimat muss der Verein übrigens nicht allein stemmen. Einen großen Brocken schießt der Steuerzahler zu: 20 Millionen Euro kommen aus dem Budget der Stadt Wien. (APA, 12.2.105)

foto: apa/pfarrhofer
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