Vorarlberg bei Gehaltsschere "Schlusslicht"

12. Februar 2015, 15:08
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Die Frauenlandesrätinnen von Vorarlberg und Tirol gaben einen Bericht zur Lage der Frauen ab. Man sei auf dem Weg zur Gleichstellung, sagten Katharina Wiesflecker und Christine Baur

Bregenz – Tiroler und Vorarlberger Frauen sind auf dem Weg zur Gleichstellung. Das berichteten am Donnerstag in Bregenz die Frauenlandesrätinnen Katharina Wiesflecker (Vorarlberg) und Christine Baur (Tirol). Angaben zur Weglänge und -dauer blieben aus.

Die beiden Grünen-Politikerinnen sehen erste Verbesserungen: Das Bildungsniveau steige, mehr Frauen als Männer machen Matura und schließen ein Universitätsstudium ab. Die Erwerbsquote der Frauen (68,5 in Vorarlberg, 72 in Tirol) nähere sich jener der Männer (80,7) an. Die Einkommenssituation der Frauen in den westlichen Bundesländern hat sich dagegen nicht verbessert.

"Schlusslicht" nennt Wiesflecker Vorarlberg im österreichischen und europäischen Einkommensranking. Ganzjährig vollbeschäftigte Frauen erhalten hier 28 Prozent weniger für ihre Arbeit als Männer, in Tirol beträgt die Differenz 22 Prozent. Gemeinsam mit Sozialpartnern und Frauenorganisationen will man nun Maßnahmen zur Chancengleichheit erarbeiten.

Frauen sind Schätze

Ungleich verteilt ist nach wie vor die unbezahlte Arbeit. Zwei Drittel der Haus- und Familienarbeit und 80 Prozent der Pflegearbeit werden von den Frauen geleistet. Den pflegenden Angehörigen – laut Studien fühlen sich mehr als zwei Drittel überlastet –wollen die beiden Landesrätinnen mit einer Broschüre helfen.

Die zehn Grundsätze der bebilderten Broschüre "Wert-Schätze. Pflege-Schätze" – auf dem Cover ist ein fleißiges Bienchen zu sehen – sollen Frauen Mut zur Selbstsorge machen. Dem "Du musst" wird mit dem länderübergreifenden Produkt ein "Du darfst" gegenübergestellt. Beispielsweise "Du darfst offen über die Zukunft sprechen". Frauen dürfen weiter: professionelle Hilfe holen, Aufgaben abgeben, nicht den Erwartungen entsprechen und sich auch "Gutes tun". Beispielsweise mit einem Bad. Anrufen darf man auch. Am Schluss der Broschüre sind Ratgebernummern zu finden. (Jutta Berger, DER STANDARD, 13.2.2015)

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