Schwedens Notenbank senkt Zins erstmals ins Negative

12. Februar 2015, 11:14
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Die Krone fällt auf ein Sechsjahrestief gegenüber dem Dollar

Die schwedische Notenbank hat im Kampf gegen die zu schwache Preisentwicklung den Leitzins erstmals in den negativen Bereich gesenkt. Der Leitzins werde von bisher null Prozent auf minus 0,1 Prozent reduziert, teilte die Reichsbank mit. Volkswirte hatten überwiegend mit einem unveränderten Zins gerechnet. Zudem will die Zentralbank bald mit dem Kauf von Staatsanleihen im Wert von zehn Milliarden Kronen (rund 1,03 Milliarden Euro) beginnen.

Rückgang der Verbraucherpreise

Die Notenbank begründete ihre Maßnahmen mit der zu niedrigen Inflation. Im Jänner gingen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent gegenüber dem Jänner 2014 zurück. Die Reichsbank strebt mittelfristig eine Rate von 2,0 Prozent an. Für das laufende Jahr erwartet sie eine Inflationsrate von 0,1 Prozent und im Jahr 2016 von 1,9 Prozent. Sie verweist auf die gefallenen Ölpreise, die zwar die Konjunktur stützen, aber zugleich das Preisniveau weiter drücken würden. Zudem erhöhe die jüngste Entwicklung in Griechenland die Unsicherheit.

Mit dem Kauf von Staatsanleihen soll die Geldpolitik zusätzlich gelockert werden. Die Reichsbank will Anleihen mit Laufzeiten von ein bis fünf Jahren kaufen. Sie folgt damit der Europäischen Zentralbank (EZB), die Ende Jänner breitangelegte Staatsanleihenkäufe beschlossen hatte. Schweden ist zwar nicht Teil der Eurozone, aber als EU-Mitglied wirtschaftlich eng mit der Währungsunion verflochten. Zuletzt hatten weltweit eine Reihe von Notenbanken ihre Geldpolitik gelockert.

Die Lockerung der Geldpolitik durch die schwedische Notenbank setzt der Währung immer stärker zu. Der Dollar stieg um 1,7 Prozent und war mit 8,5170 Kronen so teuer wie zuletzt im April 2009. (APA, Reuters, 12.2.2015)

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