Mikl-Leitner will Massenabschiebung in den Kosovo alle zwei Wochen

12. Februar 2015, 10:33
58 Postings

Innenministerin: "Auswanderung stoppen" - Treffen mit Amtskollegen aus Prishtina - Gerüchte um Rückkehrprämie

Wien - Innenministerin Johann Mikl-Leitner (ÖVP) möchte abgelehnte Asylwerber aus dem Kosovo künftig alle zwei Wochen in Gruppentransporten per Flugzeug abschieben. Darüber möchte sie bei ihrem heutigen Treffen mit ihrem kosovarischen Amtskollegen Skender Hyseni beraten, teilte ihr Sprecher am Donnerstag mit.

Seit Wochen wandern Kosovaren in Scharen aus ihrem Land aus. Offizielle Schätzungen gibt es nicht, aber Medienberichte sprechen von mehr als 50.000 Auswanderern im Dezember und Jänner. In Österreich beantragten im Jänner allein 1.029 Kosovaren Asyl - im gesamten Vorjahr waren es nur rund 1.901 Menschen.

"Der Blitzbesuch meines kosovarischen Kollegens zeigt, dass wir gemeinsame Interessen haben. Nämlich die Massenauswanderung zu stoppen", sagte Mikl-Leitner laut einer Meldung des Innenministeriums. Für Österreich gilt der Kosovo bereits als "sicheres Herkunftsland", so dass Kosovaren kaum Chancen auf Asyl haben. Die Innenministerin will nun ein Schnellverfahren einführen, dass binnen 10 Tagen zu einem Asylbescheid führen soll.

Hartnäckig soll sich das Gerücht halten, dass Kosovaren in Österreich einen Asylantrag stellen, um zumindest eine sogenannte "Rückkehrprämie" von mehreren Hundert Euro zu kassieren. Gemeint sein dürfte die Rückkehrhilfe. Allerdings beträgt sie nur 50 Euro, was die Strapazen kaum rechtfertigen dürfte. Außerdem gibt es da einige Voraussetzungen. Die Rückkehrhilfe kann erst nach einem negativ beschiedenen Strafverfahren gestellt werden, außerdem muss man sich dafür einige Zeit in Österreich aufgehalten haben. (APA/red, derStandard.at, 12.2.2015)

Share if you care.