Hacktivisten: Männlich, 16 bis 30 und Mittelschicht

11. Februar 2015, 18:10
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Das deutsche BKA hat eine Studie zu Hacktivisten veröffentlicht

Das deutsche Bundeskriminalamt hat den sogenannten Hacktivisten auf den Zahn gefühlt. Die Behörde hat nun die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlicht, die sich mit Anonymous und Co beschäftigt hat.

Ideologisch motiviert

Zu den Personen gebe es nur wenige Erkenntnisse, die unter anderem aus Festnahmen stammen. Bisherigen Untersuchungen zufolge lasse sich aber feststellen, dass die meisten Hacktivisten männlich, zwischen 16 und 30 Jahre alt sind aus der mittleren Bildungsschicht stammen.

Die hackenden Aktivisten würden zwar wie Cyberkriminelle vorgehen, seien aber nicht an eigener Bereicherung interessiert, sondern ideologisch motiviert. Die Begriffe würde oft vermischt. "In der öffentlichen Kommunikation werden dabei Delikte oftmals fälschlicherweise einzelnen Phänomenen zugeordnet, so wie das Etikett ‘Hacktivismus’ häufig für Delikte Verwendung findet, die tatsächlich etwas anderes sind (wie z. B. Cyberterrorismus oder Netzaktivismus)", heißt es in der Studie.

Die Aktionen der Hacktivisten umfassen vor allem das Defacement von Websites, DDoS-Angriffe und das Ausspähen von Daten. Sie richten sich unter anderem gegen Parteien, Sekten, Gaming-Portale, Rechtsradikale und Unternehmen. Dabei könne mitunter auch erheblicher materieller Schaden entstehen. Gemein sei allen Hacktivisten jedoch, dass sie immer gewaltfrei agieren.

Böse Späße und Profilierung

Die Kommunikation finde über Foren, soziale Netzwerke oder IRC statt, wo auch Sympathisanten gewonnen werden. Das BKA nennt Kollektive wie Anonymous, Lulzsec oder Antisec. Eine der ersten Gruppen, die den Begriff bereits in den 90ern geprägt hätten, war Cult of the Dead Cow (cDc). Neben politischen Motiven gehe es auch um böse Späße (Lulz) und Profilierung durch Hacks.

Das Phänomen würde sich "auf einem schmalen Grat zwischen Aktionen zivilen Ungehorsams und illegalen Angriffen bewegen bis hin zur Grenze des Cyberterrorismus", heißt es in der Studie.

Für die Hellfeld-Studie hat das BKA neben einer Literaturanalyse auch 183 Fallbeispiele untersucht. In weiterer Folge sollen auch das Dunkelfeld ausgewertet werden. Die komplette Studie ist auf der Seite der Behörde abrufbar. (br, derStandard.at, 11.2.2015)

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BKA

  • Wer steckt hinter der Maske von Anonymous und Co? Das deutsche BKA hat sich mit der Hacktivismus-Szene auseinandergesetzt.
    foto: reuters/elizabeth shafiroff

    Wer steckt hinter der Maske von Anonymous und Co? Das deutsche BKA hat sich mit der Hacktivismus-Szene auseinandergesetzt.

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