Was Sie über Krankenhausbakterien wissen sollten

11. Februar 2015, 12:44
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Krankenhausbakterien können tödliche Infektionen auslösen - wie sie übertragen und vermieden werden können

"Gesund werden" - das ist wohl der Wunsch jedes Krankenhausbesuchers. Doch es kann ganz anders kommen! Schuld daran sind die sogenannten MRSA-Bakterien, die gegen eine hohe Anzahl an Antibiotika-Gruppen resistent sein sollen und somit nahezu multiresistent sind.

Nach Angaben der jährlichen AURES-Publikation im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit ist ein Anstieg der MRSA-Rate von 8,5 Prozent auf 9,1 Prozent zu beobachten. Wegen der schwierigen Behandlungsmöglichkeit kommt es zu hohen Erkrankungs- und Todesfällen. Die Infizierung bei Männern ist häufiger als bei Frauen. Am meisten ist das Burgenland mit 15,6Prozent und Wien mit 13,3 Prozent betroffen.

Doch wie kommt es zur infektionellen Übertragung? "In der Normalbevölkerung sind etwa ein Drittel permanent mit Staphylococcus aureaus besiedelt. Die Besiedelung hat per se keinen Krankheitswert, führt jedoch zu einem erhöhten Risiko, eine Infektion zu entwickeln", sagt Infektiologe Florian Thalhammer von der Med-Uni Wien. Wenn die gesunde Haut durch Verletzungen oder operativen Eingriffen durchbrochen wurde und die sogenannten Krankenhausbakterien übertragen werden, kann es schnell zu einer Infektion kommen.

Übertragung durch Kleidung

"Die Besiedelung kann durch direkten Kontakt von infizierten Personen oder Tieren, Kontakt mit kontaminierten Oberflächen und Wäsche erfolgen. Im Gesundheitsbereich ist die Übertragung zwischen Patienten und medizinischem Personal über kontaminierte Hände, Oberflächen, Kleidung und Bettwäsche möglich", sagt Thalhammer, Leiter der Klinischen Abteilung für Infektion und Tropenmedizin im AKH. Die Bakterien besitzen eine gute Überlebensfähigkeit und haften besonders gut auf der Haut, auf der Kleidung sowie auf diversen Oberflächen.

Laut Thalhammer, kommt es immer dann zu Krankenhausinfektionen, wenn Hygienevorschriften nicht eingehalten werden. Zahlreiche Studien belegen, dass Arbeitsverdichtung und Personalreduktion im Krankenhaus mit einem erhöhten Infektionsrisiko einhergehen können.

Nicht aufs Bett setzen

Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten (ÖGIT) rät: "Setzt euch nicht auf das Krankenbett! Vor und nach einem Krankenhausbesuch sollte man die Hände mit Seife und Wasser waschen bzw. die Händedesinfektionsspender aktiv benutzen!" (red, derStandard.at, 11.2.2015)

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