Die drei Phasen von Demenz

11. Februar 2015, 12:00
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Gehirnleistungsstörungen haben viele Facetten - wichtig ist, die Vorzeichen zu erkennen

Demenzerkrankungen bedeuten das Vorliegen einer Gehirnleistungsstörung, oft mit fortschreitendem Verlauf. Es gibt verschiedene Ursachen. Am häufigsten ist Morbus Alzheimer. Frühzeichen, Beobachtung der Entwicklung und auch die gesundheitlichen und sozialen Rahmenbedingungen sind wichtige Faktoren. Hier einige Fakten.

Im Verlauf einer Demenzerkrankung kommt es zu Störungen der Kognition, der Alltagsfertigkeiten, des Erlebens, des Befindens und des Verhaltens.

In der Regel beginnt eine Demenz (mit wenigen Ausnahmen) mit einer Störung der Merkfähigkeit (Kurzzeitgedächtnis) und einer Störung der zeitlichen Orientierung. Beim Fortschreiten der Demenz sind je nach Schweregrad zusätzlich mehrere kognitive und nicht-kognitive Bereiche betroffen.

Kriterien in der Diagnose von Demenz

Die Demenzerkrankung wird in drei Schweregrade unterteilt. Für die Einschätzung des Schweregrads dient neben der klinischen Symptomatik auch der erreichte Wert in der Mini-Mental State Examination (MMSE), einem Testverfahren. In dieser Untersuchung werden folgende Bereiche mit insgesamt 30 Fragen geprüft: zeitliche und örtliche Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration, Benennen, Sprachverständnis und visuelles Vorstellungsvermögen beurteilt.

Die höchste zu erreichende Punkteanzahl ist 30. Je nach Punkteverlust wird die Demenz in die Schweregrade 'leicht", "mittelschwer" und "schwer" eingeteilt.

  • Leichte Demenz: MMSE - 21 bis 26 Punkte: Vergesslichkeit (Merkfähigkeit beeinträchtigt), Verlegen und Suchen, zeitliche und örtliche Orientierungsprobleme, Probleme bei komplexeren Aufgaben (wie beispielsweise Reisen an einen neuen Ort, Finanzen, "Buchhaltung", Einkaufen), Verleugnen oder nicht Realisieren von Defiziten. Betroffene können mit depressiver Stimmung und/oder paranoider Verarbeitung reagieren.
  • Mittelschwere Demenz: MMSE - 12 bis 20 Punkte: Desorientierung zu Zeit und Ort, Beeinträchtigung des Langzeitgedächtnisses (Verlust von Erinnerungen an relevante Aspekte des eigenen Lebens), Probleme bei der adäquaten Auswahl der Kleidung, der Entscheidung zur Körperpflege, der Ernährung (beginnende Selbstfürsorge-Defizite), vermehrte Störungen des Erlebens, Befindens und Verhaltens (Angst, Unruhe, Verfolgungsideen bzw. paranoide Verarbeitung, Zwangshandlungen, Aggression, Apathie ...) mit dem Fortschreiten der Demenzerkrankung.

  • Schwere Demenz: MMSE - 0 bis 11 Punkte: Lückenhafte Erinnerung an die eigene Vergangenheit, Verkennen von nahestehenden Personen, Ankleiden und Körperpflege ohne Personenhilfe nicht mehr möglich, Harn- und Stuhlinkontinenz, Verlust des Sprechvermögens, der Gehfähigkeit, der Fähigkeit zum Sitzen bis hin zur Bettlägerigkeit, Massive Persönlichkeitsveränderungen, Störungen des Erlebens, Befindens und Verhaltens.

Zeitliche Komponente

Der Verlauf einer Demenzerkrankung ähnelt einer Zurückentwicklung der Denkfunktionen vom Status eines Erwachsenen zum Säugling. Die Betroffenen bringen aber ihre Lebensgeschichte mit, was das Erscheinungsbild der Symptome stark beeinflusst.

Da Menschen mit Demenz ihren Betreuungsbedarf selbst nur selten bemerken, ist eine spezielle und zeitaufwendige Betreuung erforderlich. Damit betrifft die Krankheit nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch die Angehörigen.. (APA, derStandard.at, 11.2.2015)

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