Wiesenthal-Zentrum kritisiert Holocaust-Ausstellung in Estland

10. Februar 2015, 16:45
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Schließung wegen "perversen Humors" gefordert - Kurator rechtfertigt sich mit Freiheit der Kunst

Tallinn - Das Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem hat eine Ausstellung zum Thema Holocaust in Estland wegen krasser Geschmacklosigkeit kritisiert. Wiesenthal-Chef Ephraim Zuroff forderte laut Estnischem Rundfunk (ERR) die Schließung der Ausstellung "Mein Polen - Erinnerung und Vergessen" im Kunstmuseum der zweitgrößten Stadt des Landes, Tartu.

Die Ausstellungsmacher rechtfertigen sich damit, dem Trauma des Holocaust bewusst mit Humor entgegentreten zu wollen. Zuroff hingegen konstatierte laut ERR, dass etwa Fangen spielende, nackte Kinder in der Gaskammer nicht sonderlich witzig seien. Dies rufe vielmehr "kranken Spott über den Massenmord an europäischen Juden" hervor.

Kurator Artel: Freiheit der Kunst

Ein derart "perverser Humor" habe in keinem Land der Welt Platz, und schon gar nicht in einem Land, in dem die Holocaust-Verbrechen nicht nur von Deutschen und Österreichern, sondern auch von einheimischen Kollaborateuren begangen worden seien, so Zuroff. Der Kurator der Ausstellung, Rael Artel berief sich dagegen auf die Freiheit der Kunst. In einem Kunstmuseum gebe es keine Zensur.

Die Ausstellung, die mehrere kontroversielle Installationen und Darstellungen umfasst, rief bereits in internationalen Medien, unter anderem in Israel, empörte Reaktionen hervor. (APA, 10.02.2015)

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