Zwangsversteigerungen gingen im Vorjahr zurück

10. Februar 2015, 15:50
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Trend hält seit 2010 an - Notleidende Objekte kommen immer öfter ohne Bezirksgericht auf den Markt

Im Vorjahr wurden in Österreich weniger Zwangsversteigerungen durchgeführt als 2013. Konkret wurden 2014 insgesamt 2.220 Versteigerungstermine mit einem kumulierten Schätzwert von 415 Millionen in den österreichischen Bezirksgerichten anberaumt. Gegenüber 2013 sei dies ein Rückgang von 14 Prozent an Terminen und 38 Millionen Euro (minus 8,4 Prozent) an Schätzwertvolumen, berichtet die SmartFacts Data Services GmbH, die regelmäßig die Bewegungen der zur Versteigerung anberaumten Liegenschaften, die zugrundeliegenden Objektbewertungen sowie deren Verwertungserlöse analysiert, am Dienstag in einer Aussendung.

60 Prozent betrafen Wohnimmobilien

Der schon seit 2010 zu beobachtende Trend des Rückgangs an anberaumten Versteigerungen setzte sich damit auch im Jahr 2014 fort. Als Grund dafür nennt das Unternehmen unter anderem, dass "notleidende Objekte" den Märkten und damit der bestehenden Nachfrage zugeführt würden, ohne dass der Gläubiger den Weg über das Bezirksgericht wählen musste.

Auf Wohnimmobilien entfielen im Vorjahr 60 Prozent der anberaumten Liegenschaftsversteigerungen, 26 Prozent betrafen Gewerbeimmobilien, 14 Prozent bezogen sich auf Grundstücke. Nach Bundesländern betrachtet entfiel neuerlich auf Niederösterreich der größte Anteil an anberaumten Zwangsversteigerungen (26,8 Prozent), gefolgt von der Steiermark (15,5 Prozent), Kärnten (12,2 Prozent) und Tirol (11,5 Prozent).

Immer mehr erhöhte "geringste Gebote"

Das "geringste Gebot" bei den anberaumten Zwangsversteigerungen fällt immer mehr "erhöht" aus, heißt es in der Aussendung weiter. Bei fast 30 Prozent der Termine sei ein solches - mehr als die Hälfte des vom Sachverständigen geschätzten Verkehrswertes - angesetzt worden. Letztlich sei dieses aber nur bei jedem dritten Termin von den Erstehern akzeptiert worden. (red, derStandard.at, 10.2.2015)

  • 60 Prozent aller im Vorjahr anberaumten Zwangsversteigerungen betrafen Wohnimmobilien.
    foto: standard/newald

    60 Prozent aller im Vorjahr anberaumten Zwangsversteigerungen betrafen Wohnimmobilien.

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